Kritik an Förderpraxis, Preisträgerauswahl und verspäteter Beschlussfassung im Stadtsenat
In der heutigen Stadtsenatssitzung wurde gegen die Stimme der FPÖ insgesamt 50.000 Euro an Preisgelder für Migrantenprojekte beschlossen – obwohl der Jahresbericht des Kontrollamtes von der Stadt nachdrücklich massive Einsparungen einfordert. Konkret wurden 26.000 Euro für den „Preis für soziale Innovation“ und 24.000 für den Preis für „Integration und Interkulturalität“ beschlossen. Deutliche Kritik kommt von FPÖ-Stadtrat Raml, der eine weitere Geldverschwendung trotz Sparzwangs ortet.
Besonders der mit 10.000 Euro dotierte Erste Preis für „soziale Innovation“ 2025 für das Projekt „Code.Fusion“ stößt bei Stadtrat Michael Raml auf scharfe Kritik: „In dieses Projekt hat die Stadt bereits 134.000 Euro investiert, um Migranten für die IT-Branche fit zu machen. Das Ergebnis war jedoch desaströs – nur ein einziger von zehn Teilnehmern fand nach über einem halben Jahr nach Ausbildungsende eine IT-bezogene Anstellung, wie der Bürgermeister in einer Anfragebeantwortung eingestehen musste.“ Ausgerechnet dieses Projekt mit 10.000 Steuergeldern auszuzeichnen, sei nicht nur eine schiefe Optik, sondern sende ein katastrophales Signal an die Bürger. Bereits gescheiterte Projekte in Zeiten massiver Teuerung aus der Steuerkasse weiter zu fördern, untergrabe das Vertrauen in eine verantwortungsvolle Amtsführung. Stutzig macht den freiheitlichen Stadtrat auch die Auswahl der Preisträgerprojekte durch die Jury: „Dass bei über dreißig Einreichungen aus dem Sozialbereich ausschließlich Migrantenprojekte als preiswürdig erachtet werden, bezweifle ich stark.“
Kritisch sieht der freiheitliche Stadtrat zudem den zeitlichen Ablauf der Beschlussfassung. Die Preise für soziale Innovation wurden bereits im November vergeben, der formelle Beschluss durch den Stadtsenat jedoch erst jetzt – rund zwei Monate später – nachgeholt. „Wenn Entscheidungen de facto bereits gefallen sind und der politische Beschluss erst im Nachhinein eingeholt wird, ist das kein sauberer Umgang mit demokratischen Gremien“, so Raml.
Unabhängig davon erneuert der Sicherheitsstadtrat auch seine grundsätzliche Kritik an der integrationspolitischen Stoßrichtung der Stadt. „Statt immer neue Preisgelder und Förderungen zu verteilen, braucht es endlich eine klare Kurskorrektur im Integrationsressort. Integration ist keine Belohnung und kein Selbstzweck, sondern in allererster Linie eine Verpflichtung jener, die in Linz leben wollen.“ Das Prinzip müsse klar lauten: fordern statt fördern. Die wichtigste Grundvoraussetzung für ein friedliches Zusammenleben ist die Kommunikation – Deutsch als gemeinsame Sprache muss als Grundvoraussetzung klar eingefordert werden! Dazu kommen der Wille zu arbeiten und unsere Werte zu respektieren. Dies seien keine freiwilligen Zusatzleistungen, sondern die Basis eines funktionierenden Zusammenlebens.