Hein: Zubau als sinnvollste Radverkehrslösung auf der Nibelungenbrücke

Um Fördermittel des Bundes soll auch bei dem Projekt angefragt werden

Schon seit langem wird die Fahrradsituation auf der Nibelungenbrücke heftig diskutiert. Es gibt dazu bereits seit vielen Jahren im Wesentlichen drei mögliche Lösungsvorschläge. Leider wurden diese, als es verkehrstechnisch noch möglich gewesen wäre, nie umgesetzt. Erstens eine Verbreiterung des Rad- und Gehweges um 80cm pro Seite, zweitens die Freigabe eines Fahrstreifens für Radfahrer und drittens einen Zubau zur Nibelungenbrücke. „Die sicherlich beste Lösung ist ein oberwasserseitiger Zubau mit einer Abfahrtsspindel in Urfahr und in Linz. Damit wäre auch das Anschlussproblem an den Brückenköpfen gelöst. Diesen Vorschlag aus dem Jahr 2008 bzw. 2014 könnte man mit Kosten von ca. 5 Millionen Euro verwirklichen“, erklärt der freiheitliche Linzer Verkehrsreferent Vizebürgermeister Markus Hein.

„Mit einem solchen Zubau können die Interessen aller vereint werden: so könnte vor allem – da ausreichend Platz auf der Fahrbahn vorhanden wäre – der öffentliche Verkehr profitieren und gleichzeitig gibt es für Radfahrer eine sichere und komfortable Möglichkeit, die Nibelungenbrücke zu überqueren“, führt Hein weiter aus. „Zur Realisierung dieses Vorhabens muss mit dem Land als Eigentümer ein gemeinsamer Weg abgesteckt werden. Gleichzeitig hat die grüne Infrastrukturministerin Gewessler einerseits angekündigt, den Radverkehr in Österreich verdoppeln zu wollen und andererseits 40 Millionen Euro in den Ausbau der Radinfrastruktur zu investieren. Wir wollen auch dieses Projekt für etwaige in Aussicht gestellte Fördergelder des Bundes zu Nutze machen.“

Hein: Radweg auf Nibelungenbrücke rot eingefärbt

Erhöhung der Verkehrssicherheit durch bessere Sichtbarkeit

In den letzten Tagen wurden beide Radwege auf der Nibelungenbrücke außerhalb der Verkehrsstoßzeiten vollständig eingefärbt. „Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit erstrahlt ab sofort der oberwasser- und unterwasserseitige Radweg in Signalrot. Nach Abklärung mit dem Denkmalamt und dem Nachweis, dass natürlich entsprechend materialschonend gearbeitet wird, konnte die Einfärbung von ca. 500 m² erfolgen – dies entspricht einer Radweglänge von ca. 315 m pro Seite“, erklärt der freiheitliche Infrastrukturreferent Markus Hein.

In die spezielle Straßenmarkierungsfarbe wurden zusätzlich Glasperlen eingebracht, um die Rauheit der Oberfläche zu erhöhen. Damit soll das Rutschen bei Nässe – auch im Vergleich zur bestehenden, sehr glatten Steinoberfläche – deutlich verringert werden. Weiters werden noch die Einfassungsmarkierungen, Piktogramme und Richtungspfeile in weißer Farbe angebracht. Besonders wichtig ist, dass auch die Radfahrer zukünftig stärker auf die vorgeschriebenen Fahrtrichtungen achten, um Gefahrensituationen zu vermeiden. So wird ein sicheres Queren der Donau mit dem Fahrrad gewährleistet. „Der durchgängigen Markierung des gesamten Radwegs ging ein Pilotversuch auf einem Teilstück der Strecke voraus. Auch wenn diese Maßnahme nur ein kleiner Beitrag zur Verbesserung der Situation der Radfahrer auf der Nibelungenbrücke sein kann, freue ich mich trotzdem, dass diese Maßnahme zeitnah und komplikationslos umgesetzt werden konnte. Wir erhöhen damit die Sichtbarkeit der Radfahrer im öffentlichen Raum deutlich und helfen überdies Konfliktsituationen zwischen Fußgängern und Radfahrern auf der Brücke zu verringern“, so Hein abschließend.

Hein: Radverkehr über Nibelungenbrücke blieb im Lockdown sehr stabil

Trotz weniger Verkehr waren nur 8.500 Radler weniger als im Vorjahreszeitraum unterwegs

Im ersten Halbjahr 2020 blieb die Anzahl der Radfahrer auf der Nibelungenbrücke trotz Lockdown stabil. Im Vorjahr zählte die Zählstation sagenhafte 332.703 Radfahrten über die Brücke. Heuer, im Krisenjahr, waren es im ersten Halbjahr immerhin 324.119, freut sich Verkehrsreferent Vizebürgermeister Markus Hein: „Anhand der Auswertung ist zu erkennen, dass das Fahrrad auch in Krisenzeiten eine verlässliche Komponente ist. Während die Nutzung anderer Verkehrsmittel um bis zu 30% zurückging, konnten die Radfahrer gegenüber dem letztjährigen Höchststand gut aufschließen.“

Der Anstieg beim Radfahren ist über die Jahre hinweg deutlich und dauerhaft. Das zeigt die seit 2013 geführte Statistik. „Dass wir heuer im ersten Halbjahr einen kleinen Rückgang (weniger als 3 Prozent) hatten, ist ausschließlich der Krise geschuldet. Viele Menschen waren im Home-Office oder freigestellt. Auch die Schulen und Universitäten hatten über mehrere Wochen geschlossen. In den beiden Anfangsmonaten registrierte die Zählstation noch ein Plus von knapp 21.400 Radüberfahrten. Seit Beginn der Corona-Krise (bis auf eine kleine Ausnahme) waren alle Monate deutlich im Minus. In den Krisenmonaten wurden insgesamt knapp 30.000 Radfahrten weniger gezählt.“

Für die Statistik sind die Ergebnisse der Radzählstation wesentlich aussagekräftiger als der oft propagierte Radfahranteil des Modal-Splits, der das letzte Mal 2012 erhoben wurde. „Ich bin mir sicher, dass sich diese veraltete Zahl längst überholt hat. Alleine von 2013 bis 2019 sind die Radfahrten über die Nibelungenbrücke um mehr als 60% angestiegen“, erklärt Hein. So bleibt es spannend, wie der neue Modal-Split, der aber erst wieder 2022 ermittelt wird, tatsächlich in Linz aussehen wird. „Mit dem neuen Fahrradverleihsystem, das sich leider wegen der Krise ein weinig verzögern wird und dem weiteren Ausbau unserer Radinfrastruktur, wird sich dieser Trend ganz sicher fortsetzen!“, so Hein abschließend.

Hein: Rad-Demo während Stoßzeit sorgte für unglaubliches Stau-Chaos in Linz


Die Landespolizeidirektion muss zukünftig Gemeinwohl sorgfältiger schützen

„Nichts geht mehr!“, hieß es gestern zur abendlichen Stoßzeit. Wegen einer Demonstration, die auch von der Radlobby mitveranstaltet wurde, und bei Grünen und Neos begeisterte Unterstützer fand, kam der Verkehr im Stadtgebiet komplett zum Erliegen. Auf der Westspange reichte der Stau bis zur Westbrücke nahe dem Tunnel Bindermichl. Auch aus Richtung Urfahr ging nichts weiter, berichtet verärgert Infrastrukturreferent Vizebürgermeister Markus Hein: „Es ist mir unerklärlich, wie eine Demonstration von der Landespolizeidirektion an solch einer neuralgischen Stelle während der Stoßzeit überhaupt genehmigt werden konnte. Tausende Menschen, ob im Bus oder PKW, verloren nach einem harten Arbeitstag durch wenige Provokateure am Rad wertvolle Freizeit.“

Selbstverständlich ist das Demonstrationsrecht eine der wichtigsten demokratischen Säulen. Wer aber wochentags zur Abendstoßzeit den einzigen innerstädtischen Donauübergang dermaßen behindert, kann nur das Ziel maximaler Provokation verfolgen. Wenn in Folge dessen tausende Menschen genötigt werden, wird zukünftig die Landespolizeidirektion die Lage besser einschätzen müssen und erkennen, dass das Gemeinwohl dadurch massiv beeinträchtigt wird. Eine Interessensabwägung muss daher sorgfältiger erfolgen. Auch den Jubel von Neos und Grüne über diese „Aktion“ versteht Hein nicht. Das einzig „Erfolgreiche“ – neben der Provokation – war der Schadstoffausstoß, der das Vielfache eines normalen Wochentags ausmachte.

Einen weiteren negativen Beigeschmack hat auch der gewählte Zeitpunkt. Viel besser hätte man den ersten Tag des autofreien Hauptplatz nicht sabotieren können. Zahlreiche verärgerte Menschen sahen irrtümlich nämlich genau darin die Schuld am Stau, bedauert Hein: „Der Imageschaden eines autofreien Hauptplatzes ist enorm! Wir haben Grüne, Neos und Radlobby immer davor gewarnt, die Nibelungenbrücke zu blockieren. Heute sahen wir die Folgen.“ Ob das der richtige Weg ist, viele Mitstreiter für seine Anliegen zu finden?

„Aber vielleicht hatte diese Aktion ja doch auch einen positiven Nebeneffekt: Grüne, Neos und Radlobby sehen hoffentlich jetzt ein, dass man mit ‚der Brechstange‘ keine Verkehrslösungen erzwingen kann. Sie werden warten müssen, bis alle vier Donaubrücken fertig sind. Erst dann kann eine Fahrspur für Busse und Radfahrer auf der Nibelungenbrücke freigegeben werden. Vorher – wie man gestern ‚eindrucksvoll erleben musste‘, funktioniert das nicht einmal währender der Ferien“, so Hein abschließend.