FP-Klitsch: Städtische Museen verlieren Anschluss an die Bevölkerung

Millionenförderung für Lentos und Nordico steht in keinem Verhältnis zur Nutzung

Die vor kurzem veröffentlichten Zahlen des Landeskontrollamtes zur Landes-Kultur GmbH bestätigen, dass die aktuelle Kulturpolitik in Oberösterreich immer weniger Zustimmung bei der Bevölkerung findet. Ähnlich stellt sich die Lage auch in Linz dar. Die Finanzierung der städtischen Museen Lentos Kunstmuseum Linz und Nordico Stadtmuseum Linz wirft massive Fragen zur Prioritätensetzung der Linzer Kulturpolitik auf. Für das Jahr 2026 wird das gemeinsame Jahresbudget beider Häuser 5,8 Millionen Euro betragen. Davon werden rund 85 Prozent, also etwa 4,9 Millionen Euro, durch die Stadt und die Linz AG finanziert.

Obwohl die Kosten und Zuschüsse immer höher werden, sinken die Besucherzahlen. So wurden in Lentos und Nordico 75.000 Eintritte verzeichnet, was etwa 10 Prozent weniger sind als im Jahr davor. Angesichts der vergleichsweisen niedrigen Besucherzahlen bedeutet dies, dass jede verkaufte Eintrittskarte im Schnitt mit mehr als 65 Euro subventioniert wurde: „Wir brauchen ein völlig neues Konzept für die Linzer Museen. Offensichtlich können die städtischen Museen die Bevölkerung mit ihrer bestehenden Kulturpolitik nicht überzeugen. Auch die SPÖ und ÖVP müssen das endlich zugeben und tiefgreifende Reformen zulassen. Wenn es keine Nachfrage gibt, dann muss das Angebot geändert werden“, so die freiheitliche Kultursprecherin Ute Klitsch.

Für die FPÖ Linz steht damit fest, dass Kosten und Nutzen in einem klaren Missverhältnis stehen. Wenn Millionenbeträge aus der Kassa der Stadt und eines städtischen Unternehmens in Museen fließen, die nur einen kleinen Teil der Bevölkerung erreichen, ist eine ehrliche Neubewertung unausweichlich. In Zeiten knapper Budgets braucht es auch im Kulturbereich mehr Verantwortung, Transparenz und Hausverstand.

FP-Klitsch: Kulturpolitik für die breite Bevölkerung statt Nischenförderung

Kritik des Landesrechnungshofs sollte auch in Linz zu einem Umdenken führen

„Die Kritik des Landesrechnungshofes zur Kulturstrategie des Landes liest sich in Teilen wie langjährige Forderungen von uns“, zeigt sich FP-Kultursprecherin Ute Klitsch bestätigt und empfiehlt, sich die Kritik auch in Linz zu Herzen zu nehmen. Die konsequente Ausrichtung vieler Kulturstätten auf moderne und zeitgenössische Kunst würde die Besucherzahlen gering halten, so der Landesrechnungshof. „Auch die Linzer Kulturstrategie braucht endlich einen klaren Kurs mit Hausverstand. Angesichts begrenzter Mittel ist es notwendig, Förderschwerpunkte kritisch zu hinterfragen und stärker auf Angebote zu setzen, die breite Bevölkerungsschichten erreichen“, fordert Klitsch. Es brauche mehr thematische Vielfalt und Ausstellungen in den großen Kulturhäusern, die auch neue und größere Besuchergruppen ansprechen.

Die Überförderung für kleine Nischenprogramme sei zu überdenken, wenn gleichzeitig breitenwirksame Kulturangebote zu kurz kommen. Beispielhaft nennt die Gemeinderätin ein kaum vorhandenes Kulturangebot im Linzer Süden, während ein Projekt zur Archivierung des Geräuschs von Münzeinwurfautomaten knapp 6.000 Euro bekam oder das Mini-Theater Phönix jährlich mit über einer halben Million Euro gefördert wird. „Ziel muss eine ausgewogene Kulturpolitik sein, die Ressourcen sinnvoll einsetzt und Kultur für möglichst viele Linzer erlebbar macht, statt teurer Klientelpolitik“, so Klitsch abschließend.

FP-Grabmayr: Statement zum Sonderkontrollausschuss zur Brucknerhaus-Affäre

In der heutigen Sitzung des Sonderkontrollausschusses zur Brucknerhaus-Affäre wurde ein weiterer Beitrag zur umfassenden Klärung des LIVA-Skandals geleistet. Auch Kulturreferentin Doris Lang-Mayerhofer nahm daran teil und beantwortete die Fragen der Ausschussmitglieder zur Causa „Maylan“. „Wir begrüßen es, dass die Kulturstadträtin heute ihrer Verantwortung nachgekommen ist und für Aufklärung in ihrer eigenen Causa beigetragen hat, auch wenn wir uns das schon früher erhofft hätten. Mit ihrer heutigen Aussage ist die Causa ‚Maylan‘ aus Sicht des Sonderkontrollausschusses für uns ausreichend besprochen. Die weiteren Schritte liegen nun in der Verantwortung des LIVA-Aufsichtsrats“, betont FPÖ-Fraktionsobmann Wolfgang Grabmayr nach der Sitzung.

Auch die anfallenden Kosten im LIVA-Skandal waren erneut Thema. Die FPÖ fordert volle Transparenz, hält eine vollständige Offenlegung jedoch erst nach Abschluss des laufenden Rechtsstreits für sinnvoll. „Wir wollen, dass die Kosten natürlich vollständig und transparent offengelegt werden. Dies ist allerdings im Hinblick auf den laufenden Prozess im Interesse der Stadt erst dann sinnvoll, wenn eine abschließende Auskunft gegeben werden kann, ohne dass die Gefahr droht, das Verfahren zu beeinflussen“, so Grabmayr weiter.

Aus Sicht der Freiheitlichen soll der reguläre und regelmäßig tagende Kontrollausschuss den LIVA-Skandal weiter bearbeiten. „Alle offenen Fragen zur Brucknerhaus-Affäre sollen künftig in den regulären Sitzungen des Kontrollausschusses geklärt werden. Nun gilt es, den Prozess ‚Kerschbaum gegen die Stadt Linz‘ abzuwarten, denn ich bin mir ziemlich sicher, dass dabei noch einige interessante Informationen ans Licht kommen werden“, erklärt Grabmayr abschließend.