Gesundheitsstadtrat Dr. Michael Raml zu Ärzte-Tarifverhandlungen: „Stärkung des niedergelassenen Bereichs entlastet die Spitäler“

Geld der oberösterreichischen Versicherten darf nicht in ÖGK versickern

Im Rahmen der am Dienstag beginnenden Tarifverhandlungen von Ärztekammer und Österreichischer Gesundheitskasse weist der Linzer Gesundheitsstadtrat Dr. Michael Raml auf die Bedeutung einer pragmatischen und schnellen Verhandlungslösung zum Wohle der Patienten hin: „Wir stehen in Österreich vor einem gewaltigen Problem bei der flächendeckenden Versorgung mit qualitativ hochstehenden Gesundheitsdienstleistungen. Allein in Oberösterreich sind aktuell 38 Kassenstellen für Allgemeinmedizin unbesetzt. Dieser Zustand ist nicht länger haltbar und ich erwarte mir deshalb, dass das Geld der oberösterreichischen Versicherten nicht im Zuge von Transferleistungen in dem Sumpf versinkt, den rotschwarze Seilschaften in kürzester Zeit aus der ÖGK gemacht haben. Das Geld muss den niedergelassenen Strukturen im Bundesland und damit den Patienten zugutekommen. Die Ärzte müssen für zeitgemäße Leistungen auch zeitgemäß honoriert werden.“ Eine Inflationsanpassung, die Jahrzehnte dauere, wie dies etwa bei der Mutter-Kind-Pass Untersuchung der Fall war, sei unerträglich für das gesamte Gesundheitssystem. Auch dem grundsätzlichen Ärztemangel könnte man dadurch zu begegnen, dass man junge Menschen, die sich für eine herausfordernde Ausbildung zum Arzt interessieren, auch mit der Aussicht auf eine faire Bezahlung motiviert.
 
Raml unterstreicht auch die Notwendigkeit, die oberösterreichischen Spitäler zu entlasten und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich auf ihre eigentlichen Aufgaben zu konzentrieren: „Unsere Spitäler sind hoch spezialisierte Einrichtungen, die in verschiedensten Fachrichtungen hervorragende Arbeit leisten. Wir müssen deshalb dafür Sorge tragen, dass nicht jeder verstauchte Finger im Klinikum landet und dort wertvolle Ressourcen bindet. Das ist nur möglich, wenn wir eine Attraktivierung der extramuralen, medizinischen Versorgungsleistungen im unter Einbezug einer vernünftigen Regelung der Hausapotheken und Telemedizin gewährleisten.“ Auch der weitere Ausbau von Akutordinationen müsse künftig eine größere Rolle in den Überlegungen zu einer zukunftsfähigen Gesundheitspolitik spielen, so der Linzer Gesundheitsstadtrat abschließend.

Gesundheitsstadtrat Dr. Michael Raml fordert sofortigen Ausbau der Medizinstudienplätze

Krankenhäuser und Ordinationen überlastet, aber fast zehnfache Bewerberzahl für Medizinstudium

„Der Ärztemangel ist schon längst in Linz angekommen. Unzählige Linzer finden keinen Hausarzt mehr, auf Facharzttermine wartet man oftmals Monate und laufend alarmiert die Belegschaft des KUK, immerhin das größte Krankenhaus des Landes. Das ist eine untragbare Situation. Der Medizinstandort Linz versorgt nicht nur die 210.000 Linzer, sondern ist für das ganze Bundesland relevant“, zeigt der Linzer Gesundheitsstadtrat Dr. Michael Raml auf. Aktuell berichtet der Betriebsratsvorsitzende des KUK, dass von den 1800 Betten aufgrund von Personalengpässen schon lange nicht mehr alle belegt werden können. Gesundheitsstadtrat Raml will das Problem an der Wurzel packen, er fordert von der Bundesregierung den sofortigen Ausbau der Medizinstudienplätze: „Es ist schon fünf nach zwölf, wir brauchen dringend mehr Ärzte, die uns so bald als möglich zur Verfügung stehen. Jedes Zuwarten verschlimmert die Situation weiter, denn alleine das Studium dauert sechs Jahre. Die Kosten für einen Studienplatz – 2017 waren es zwischen 55.000 und 63.000 Euro pro Jahr – rechnen sich volkswirtschaftlich betrachtet mit Sicherheit rasch. Nichts zu tun und den Kopf in den Sand zu stecken ist teurer und vor allem menschlich untragbar.“ 

Raml weist darauf hin, dass es viel mehr Bewerber als Studienplätze gibt: Österreichweit stehen derzeit 1.850 Studienplätze für Erstsemestrige zur Verfügung. Österreichweit haben sich heuer aber sogar knapp 16.000 Personen für den Aufnahmetest an den Universitäten Wien, Graz, Innsbruck und Linz angemeldet. In Linz sind den 310 Studienplätzen rund 1900 Bewerber entgegengestanden. „Interessenten gäbe es genug, nämlich österreichweit fast zehnmal so viel. Für einen Studienplatz an der Linzer JKU haben sich auch sechsmal so viele Bewerber angemeldet. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass darunter eine Menge fähige angehende Ärzte wären, die durch das Kaputtsparen verhindert werden“, so Raml abschließend.

FPÖ-Raml: Mutter-Kind-Pass muss erhalten, angepasst und ergänzt werden

Die hysterische und verfehlte Corona-Politik der Bundesregierung hat echte Gesundheitspolitik ersetzt und gelähmt

Die Ärztekammern in Wien, Niederösterreich und Steiermark haben den Ausstieg aus dem Mutter-Kind-Pass mit Ende März 2023 beschlossen. Auch in Oberösterreich laufen Vorbereitungen dazu seitens der OÖ-Ärztekammer.

„Das ist eine Bankrotterklärung der österreichischen Gesundheitspolitik“, so der Linzer Gesundheitsstadtrat Dr. Michael Raml in einer ersten Stellungnahme. Drei Gesundheitsminister, einer davon sogar selbst Arzt, haben Österreich in eine Situation geführt, in der die bürgernahe Versorgung mit ärztlicher Leistung immer schwieriger werde. Keine Konzepte, keine Strategie nur pandemisches Schüren von Ängsten und intransparente Corona-Zahlungen ohne Maß und Ziel, kritisiert Raml scharf. Dass nun mit dem pensionierten Sektionschef Clemens Martin Auer, der Mann ins Gesundheitsministerium zurückgeholt werde, der Österreichs Gesundheitssystem maßgeblich auf den falschen Weg geführt habe, sei ein weiterer Beweis für die völlig aus der Spur geratene grüne Gesundheitspolitik.

Dass die Ärzteschaft eine Anpassung der Honorare gerade auch beim Mutterkind-Pass fordere, sei völlig verständlich. Dieser sei seit 28 Jahren nicht mehr erhöht worden. „Den Angestellten oder Beamten möchte ich sehen, der sich das gefallen lässt, dass seine Arbeit seit 28 Jahren gleich bezahlt, wird“, so Raml. Leider haben aber auch die Ärzte das Gewinnmodell Corona viel zu lange unterstützt. Es wäre sicher besser gewesen, schon vor 2 Jahren über eine ordentliche Valorisierung der grundsätzlichen Honorare zu verhandeln, anstatt über die letztlich bezahlten 25 Euro pro Covid-Impfung.“

Insgesamt aber ist der Umgang mit der Ärzteschaft und auch anderen Freiberuflern in der Teuerungskrise ein Hohn. Dass diese unisono vom Bezug des Energiekostenzuschusses ausgeschlossen seien, müsse wohl ein legistischer Unfall sein, so Raml. „Ich verstehe es einfach nicht, warum jeder Gewerbeberuf, Energetiker, Farb-Stilberater und ähnliche davon profitieren, Ärzte aber, die natürlich oft energieintensive Geräte benötigen, nicht. Die Gruppe der Freiberufler ist zu hundert Prozent eine Gruppe von Nettosteuerzahlern, die ein Staat nicht, bei jeder sich bietender Gelegenheit, vor den Kopf stoßen sollte.

Jetzt sei es hoch an der Zeit, die Ärzteschaft zu unterstützen, die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger von Beginn an zu begleiten und damit den Grundstein für ein gesundes Leben zu legen. „Der Mutter-Kind-Pass muss bleiben, das nötige Geld dafür muss den Ärzten bezahlt werden“, so Raml.

„Wir haben im, von Bürgermeister Luger und mir beauftragten, Linzer Gesundheitsindikator ganz klar herausgearbeitet, dass gerade die gesundheitliche Entwicklung unserer Kinder oft besorgniserregend ist. Übergewicht, Diabetes und frühe Herz-Kreislauferkrankungen sind leider nicht mehr außergewöhnlich bei jungen Mitbürgern, deshalb ist gerade hier viel mehr Leistungskapazität einzusetzen und nicht weniger“, so der Linzer Gesundheitsstadtrat.
„Wir brauchen deshalb eigentlich nicht nur einen zeitgemäß honorierten Mutter-Kind-Pass, sondern auch ein Modell, dass Kinder und Jugendliche danach mit medizinischer Vorsorge bis ins Erwachsenenalter begleitet. Das ist eine volkswirtschaftliche Investition, die sich in kürzester Zeit vielfach rechnen wird. Hier zu sparen ist nicht nur aus humanistischen Gründen absurd, sondern auch aus wirtschaftlichen. Eigentlich ist auch dieser Gesundheitsminister bereits rücktrittsreif“, so Raml abschließend.

Gesundheitsstadtrat Dr. Michael Raml: Gesundheitspolitik endlich wieder von Vernunft getragen

Stellungnahme von OÖ-Ärztekammerpräsident Niedermoser ist Beweis für Trendwende

Die Kritik die er, immer sachlich und dem Wohl der Bürgerinnen und Bürger geschuldet, an vielen überbordenden Corona-Maßnahmen, vor allem aber auch am Zick-Zack-Kurs in der Pandemiebekämpfung der Bundesregierung geäußert hat, erweise sich zunehmend als berechtigt, so kommentiert der Linzer Gesundheitsstadtrat, Dr. Michael Raml, die aktuelle Kritik des oberösterreichischen Ärztekammerpräsidenten Dr. Peter Niedermoser an der Teststrategie der Bundesregierung. „Meine Partei und ich haben immer klargemacht, dass es nicht sein kann, dass der Gesundheitsminister zuerst sagt, dass testen nichts bringe und der Bundeskanzler dann mit – testen-testen-testen – die Bevölkerung in eine Ära des Plastikmülls und der Zeitverschwendung führt, die zudem Angst und Verunsicherung in der Gesellschaft geschürt hat wie kaum ein anderes Ereignis der letzten Jahrzehnte. Letztlich ist der Steuerzahler gezwungen, Milliarden auszugeben, die uns in Zukunft bei der Gestaltung von echter Gesundheitspolitik womöglich fehlen werden“, so Raml.

Niedermoser habe zum Teil Recht, wenn er sage im Nachhinein ist man immer klüger und man solle keinem einen Vorwurf machen. Als Politiker müsse er, Raml, aber schon festhalten, dass der fehlende Weitblick der Bundesregierung in der Corona-Pandemie leider umfassend und nahezu systematisch war. In einem demokratischen Rechtsstaat gäbe es in Friedenszeiten keine „umfassende Gefahr in Verzug“, die es rechtfertige, wissentlich Grundrechte zu beschneiden oder den Diskurs zu verweigern. Wer in einem Rechtsstaat leichtfertig einen Vorwand finde, um sinnbildlich die Türe einzutreten, habe in der Politik nichts verloren. 

„Die Schaffung der Rahmenbedingungen für möglichst viele gesunde Lebensjahre der Menschen in unserem Land ist eine sehr wichtige Aufgabe, der ich mich täglich an meinem Platz stelle. Der sorgsame Umgang mit Demokratie und Rechtsstaat muss aber für jeden Politiker, egal in welcher Verantwortung, an oberster Stelle stehen. Nicht nur der Mensch, auch ein Staat muss gesund bleiben“, findet Raml klare Worte. In der Corona-Pandemie wurde „eine Meinung zu haben“ viel zu oft als „Ahnung zu haben“ verkauft und das sei eindeutig falsch gewesen. Gerade in so einschneidenden, staatspolitisch bedeutsamen Fragen sei es wichtig, sich dem Diskurs zu stellen und ihn zu Ende zu führen, so Raml weiter.

„Ich glaube dennoch an das Gute, auch in dieser Geschichte. Es gibt viele Dinge, die man aus der Pandemie lernen kann. Insgesamt müssen wir eine bessere Krisenfestigkeit des Staates hinsichtlich aller möglichen Bedrohungslagen erarbeiten und der Mitteleinsatz muss, auch wenn rasche Entscheidungsabläufe nötig sind, transparent und gesetzlich geregelt sein.“ Gerade beim letzten Punkt sehe er, Raml, Aufarbeitungsbedarf der Behörden und der Politik. Man müsse sich schon noch einmal genau ansehen, wer wofür vom Staat Geld bekommen hat. Besonders den Test- und Maskenvertrieb dieser Zeit müsse man im Auftrag des Steuerzahlers unter die Lupe nehmen. „Ich bin als Gesundheitsstadtrat der Landeshauptstadt Linz über 200.000 Bürgern verpflichtet. Ich will, dass das Geld, das die Bürgerinnen und Bürger benötigen, um nicht in eine Form der Gesundheitsarmut zu rutschen, auch bereitsteht. Wenn im Rahmen der Corona-Maßnahmen Gelder zweckwidrig oder auch nur sinnlos verwendet worden sind, will ich, dass es zurückgeholt und wieder für die Gesundheit der Bürger eingesetzt wird“, so Raml abschließend.

Gesundheitsstadtrat Dr. Michael Raml warnt: Innerhalb eines Jahres schließt bald vierte Ordination im Linzer Süden – Ärztekammer und Gesundheitskasse müssen an einen Tisch

Neue Arbeitsmodelle mit mehr Flexibilität und tatsächlicher Leistungsabgeltung längst überfällig

Kürzlich wurde bekannt, dass ab 1. Oktober die Kinderordination in der Glimpfingerstraße schließen wird. Eine Nachfolge ist bislang offenbar nicht in Sicht. Damit wird innerhalb eines Jahres die vierte Ordination – nach drei Allgemeinmedizinern nun noch eine Kinderärztin – im Stadtgebiet zwischen Spallerhof und Jaukerbauch ihre Leistungen einstellen. Für den Linzer Gesundheitsstadtrat Dr. Michael Raml eine alarmierende Entwicklung: „Die Linzer verdienen eine verlässliche ärztliche Versorgung. Mittlerweile ist es aber immer schwieriger, einen Hausarzt zu finden, der neue Patienten aufnimmt.“ Raml fordert daher: „Ärztekammer und Gesundheitskasse müssen endlich an einen Tisch, um zeitgemäße und attraktive Arbeits- und Entlohnungsmodelle auszuarbeiten! Die Realität zeigt immer mehr, dass sich eine veränderte Work-Life-Balance in der Arbeitswelt abzeichnet. Diese Entwicklung macht auch vor Medizinern keinen Halt, daher sind neue Kassenverträge und Arbeitsmodelle mit mehr Flexibilität und tatsächlicher Leistungsabgeltung überfällig. Österreich verliert täglich Medizinabsolventen ans Ausland: 4 von 10 Mediziner verlassen unser Land nach abgeschlossenem Studium.“

Forderung an Bundesregierung: Errichtung von PVZ erleichtern

Angesichts des Umstandes, dass immer weniger Ärzte Einzelordinationen betreiben wollen, unterstreicht der Gesundheitsstadtrat die notwendige Forcierung von Primärversorgungszentren. Bisher gibt es nur zwei in Linz – am Domplatz und in der Grünen Mitte. Besonderen Bedarf gibt es im Linzer Süden, in Auwiesen, Kleinmünchen und Pichling, so der Gesundheitsstadtrat. Raml fordert daher von Gesundheitsminister Rauch, die Errichtung und den Betrieb von Primärversorgungszentren (PVZ) dringend zu erleichtern: „Mir wird regelmäßig berichtet, dass die Hürden für die Einrichtung der PVZ zu starr sind. So können sich etwa nur mindestens drei Allgemeinmediziner zu einem PVZ zusammenschließen. Warum lässt man nicht verschiedene Fachrichtungen eine gemeinsame Einheit betreiben? Ich appelliere an den Gesundheitsminister, den gesetzlichen Rahmen dringend zu entbürokratisieren. Ärzte sollen Mediziner sein können!“

Gesundheitsstadtrat Dr. Michael Raml: Ende der Quarantänepflicht überfällig

Niemand hat mehr Verständnis dafür, dass man wegen Symptomen wie einem leichten Schnupfen bis zu 10 Tage isoliert bleiben muss

„Aufgrund der Entwicklung der verschiedenen Virusvarianten in den letzten Monaten ist das Ende der verpflichtenden Quarantäne überfällig. Wir müssen wieder zurück zum Hausverstand: wer sich gesund fühlt, geht arbeiten. Wer krank ist, bleibt zuhause. Das gilt für Corona sowie für alle anderen Krankheiten“, begrüßt der Linzer Gesundheitsstadtrat Dr. Michael Raml das bevorstehende Quarantäne-Aus. „Niemand hat mehr Verständnis dafür, dass man wegen Symptomen wie einem leichten Schnupfen bis zu 10 Tage zuhause isoliert bleiben muss. Aus gutem Grund haben sich zahlreiche andere Staaten schon für Lockerungen entschieden und sind damit gut gefahren.“

Wichtig ist dem Gesundheitsstadtrat, dass die neuen Regeln einfach, verständlich und vor allem praxistauglich sind. „Ich bin gespannt, was die Bundesregierung konkret vorlegen wird. Österreich ist aber, wie schon so oft in der Pandemie, wieder einmal europäisches Schlusslicht bei den Maßnahmenlockerungen. Ständiges Hinterherhinken hat mit Weitblick nichts zu tun, sondern unterstreicht die Überforderung der Bundesregierung,“ so Raml abschließend.

Gesundheitsstadtrat Dr. Michael Raml: Die geplanten Primärversorgungszentren für Kleinmünchen/Auwiesen und Pichling sollen mit je einer Kinderarzt-Vertragsstelle aufgewertet werden

Einstimmiger Appell im Gemeinderat für bessere ärztlichen Versorgung für Linzer Süden nach Trauner Vorbild 

„Der Ärztemangel ist längst in Linz angekommen und wird vor allem im Linzer Süden immer spürbarer. Besonders drastisch ist die kinderärztliche Versorgung: Für die Kinder von über 55.000 Bewohnern von Pichling, Ebelsberg, Auwiesen/Kleinmünchen und der Neuen Heimat gibt es aktuell nur einen einzigen Kinderarzt mit Kassenvertrag“, zeigt der Linzer FP-Gesundheitsstadtrat Dr. Michael Raml auf. Er informiert, dass für die Stadtteile Kleinmünchen/Auwiesen und Pichling zwei neue Primärversorgungszentren geplant sind. In der Gemeinderatssitzung am Dienstag forderte der Gesundheitsreferent in einem gemeinsamen Antrag mit der SP-Fraktion die Aufwertung der beiden PVZ mit jeweils einer Vertragsstelle für einen Facharzt der Kinder- und Jugendheilkunde. „Vorbild ist unsere Nachbarstadt Traun, wo das neue PVZ ab Jänner 2023 mit mehreren Allgemeinmedizinern, zwei Kinderärzten und weiteren medizinischen Fachkräften starten soll.“

Neben Traun soll es auch in Linz künftig umfassende medizinische Anlaufstellen für Familien geben: „Der Gemeinderat ersuchte einstimmig die Österreichische Gesundheitskasse, die oberösterreichische Ärztekammer sowie die zuständige ÖVP-Landesrätin Christine Haberlander, die Bemühungen für die Primärversorgungszentren in Kleinmünchen/Auwiesen und Pichling zu intensivieren. Des Weiteren soll bei deren Errichtung je eine Vertragsstelle für einen Facharzt der Kinder- und Jugendheilkunde vorgesehen werden.“ erläutert Raml den konkreten Gemeinderatsbeschluss.

Gesundheitsstadtrat Dr. Raml begrüßt frühzeitige Praktika für Medizinstudenten der JKU bei Hausärzten: Der niedergelassene Bereich muss weiter gefördert werden!

Erwartungen an das Arbeitsleben haben sich auch bei Medizinern geändert

„Ich begrüße die frühzeitige Sensibilisierung unserer Medizin-Studenten an der Linzer Med-Fakultät auf die erfüllende Tätigkeit als Hausarzt“, kommentiert der Linzer Gesundheitsstadtrat Dr. Michael Raml die nunmehrige Möglichkeit zum bezahlten Praktikum für Medizin-Studenten bei einem Hausarzt. „Bekanntlich nehmen Praktika oftmals großen Einfluss auf die spätere Berufswahl. Ein Hineinschnuppern in eine Arztpraxis kann große Wirkung im Kampf gegen den voranschreitenden Ärztemangel im niedergelassenen Bereich entfalten. Sinnvolle Modelle wie dieses, um das Gesundheitssystem für unsere Bürger langfristig aufrecht zu erhalten, müssen jedenfalls gefördert werden“, unterstreicht Raml, der in der nächsten Gemeinderatssitzung mit einer Resolution die Gründung von zwei Primärversorgungszentren samt Kinderarztstellen im Linzer Süden forcieren will.

Auch im Hinblick auf die aktuelle Debatte rund um Wahl- und Kassenärzte stellt der Linzer Gesundheitsstadtrat klar: „Mir geht es darum, dass wir vor allem den Arztberuf insgesamt attraktiver machen, anstatt mit dem drohenden Zeigefinger über Zwangsarbeit für Mediziner zu sprechen. Nur gemeinsam und mit vereinten Kräften können Lösungen geschaffen werden. Was ist das momentan für ein Bild für angehende Mediziner, das Ärzte- und Versichertenvertreter momentan zeichnen?“ Raml stellt klar: „Es ist absolut kontraproduktiv, wenn sich ÖGK und Ärztekammer medial gegenseitig Schuldzuweisungen und Drohszenarien auszurichten und der Gesundheitsminister noch Öl hineingießt. Verbesserungen für alle Seiten werden wir nur über Gespräche auf Augenhöhe und Offenheit für neue, innovative Ansätze erreichen. Gerade in schwierigen Zeiten ist es umso wichtiger, über den Tellerrand zu sehen und Mut für Neues zu zeigen. Die Erwartungen an das Arbeitsleben haben sich auch bei Medizinern geändert, das müssen wir akzeptieren und darauf eingehen.“

Primärversorgungszentren für Kleinmünchen/Auwiesen und Pichling mit je einer Kinderarzt-Vertragsstelle

FPÖ-Stadtrat Michael Raml und SPÖ-Fraktionsvorsitzender Stefan Giegler: Gemeinsamer Kampf gegen Ärztemangel im Linzer Süden

Der Ärztemangel ist längst in Linz angekommen und wird vor allem im Linzer Süden immer spürbarer. Ein besonderer Mangel herrscht bei Kinderärzten und Kinderärztinnen. Eine 2-Parteien-Resolution der Linzer SPÖ und FPÖ im kommenden Gemeinderat am 24. Mai 2022 fordert nun die zuständigen Akteurinnen und Akteure auf, rasch zu handeln: 

Demnach werden die Österreichische Gesundheitskasse, die oberösterreichische Ärztekammer sowie die zuständige ÖVP-Landesrätin Christine Haberlander ersucht, die Bemühungen für die Primärversorgungszentren in Kleinmünchen/Auwiesen und Pichling zu intensivieren. Des Weiteren soll bei deren Errichtung je eine Vertragsstelle für einen Facharzt der Kinder- und Jugendheilkunde vorgesehen werden. 

„Die Linzerinnen und Linzer brauchen Sicherheit in der ärztlichen Versorgung ihrer Kinder. Es kann nicht sein, dass sie in einem Ernstfall aufgrund des Mangels an Kinderärzten durch die Stadt irren müssen, um Hilfe zu erhalten“, betonen der Linzer Gesundheitsstadtrat Dr. Michael Raml und SPÖ-Fraktionsvorsitzender Stefan Giegler unisono und erklären, warum es hier um mehr als um die klassische Parteipolitik geht: „Der Ärztemangel ist sehr ernst zu nehmen. Um diese Problematik in den Griff zu bekommen, müssen alle relevanten Akteure an einem Strang ziehen. Sonst droht sich die Lage noch zu verschlimmern.“

FPÖ-Gemeinderat Peter Stumptner: Anerkennung für Pflegeberufe JETZT umsetzen!

„Tag der Pflege“ endlich als Anstoß für soziale Innovation nutzen

„Am morgigen Tag der Pflege werden wieder viele daran erinnern, dass Pflegekräfte eine tragende Säule unserer Gesellschaft sind. Vor allem politische Verantwortungsträger überschlagen sich mit Lobeshymnen. Doch was passiert das restliche Jahr? Man schweigt. Vor allem, wenn es um eine Attraktivierung von Pflegeberufen geht, preschen eben jene nicht gerade nach vorne. Das Gegenteil ist der Fall, man tritt beharrlich auf die Bremse!“ ärgert sich der Sozialsprecher der Linzer Freiheitlichen, Gemeinderat Peter Stumptner.

„Wenn schon die türkis-grüne Bundesregierung solche Maßnahmen nicht ernst nimmt, vermutlich weil sie zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist, dann sollte zumindest die Stadt Linz in jenen Einrichtungen des eigenen Zuständigkeitsbereiches für eine bessere Anerkennung dieser Berufsgruppe sorgen. Zumal man sich doch liebend gerne bei jeder sich bietenden Gelegenheit als „soziale Musterstadt“ hinstellt. Deshalb fordern wir Linzer Freiheitliche eine 35 Stunden Woche, sowie eine deutliche Überzahlung für Pflegekräfte in städtischen Pflegeeinrichtungen. Denn klatschen alleine ist zu wenig!“, so Stumptner.