Ältere Menschen und Anrainer werden im Stich gelassen – Stadt darf Entwicklung nicht tatenlos hinnehmen
Die angekündigte Schließung der Raiffeisenkassa-Filiale am Froschberg sorgt für Bedauern und Kritik bei Stadtrat Dr. Michael Raml sowie dem FPÖ-Ortsparteiobmann der Ortsgruppe Freinberg/Froschberg, Herbert Knoglinger. Nachdem bereits in den vergangenen Jahren Filialen von Oberbank und Sparkasse in der Umgebung geschlossen wurden, fällt nun auch die letzte Bank im Stadtteil weg. „Damit verschwindet ein weiterer wichtiger Nahversorger aus dem täglichen Leben der Menschen. Gerade für viele ältere Bürger ist das ein massives Problem“, betonen Raml und Knoglinger.
Die Bargeldversorgung, persönliche Beratung und einfache Bankgeschäfte würden für viele Anrainer deutlich erschwert. „Nicht jeder nutzt Online-Banking oder ist mobil genug, um weite Wege auf sich zu nehmen. Besonders Senioren sind auf wohnortnahe Infrastruktur angewiesen. Wenn selbst grundlegende Dienstleistungen wie Bankfilialen verschwinden, leidet die Lebensqualität im Stadtteil massiv“, so Knoglinger. Diese Entwicklung stehe sinnbildlich für einen schleichenden Rückzug zentraler Einrichtungen aus den Wohngebieten.
Ortsparteiobmann Knoglinger fordert daher die bestehende Filiale – zumindest in eingeschränkter Form – beizubehalten: „Das müsste einer regional verwurzelten Bank doch ein großes Anliegen sein. Im Vergleich zu den vielen Banken, die das persönliche Beratungsangebot von Mensch zu Mensch großteils eingestellt haben, wäre das auch ein positives Alleinstellungsmerkmal.“ Alternativ bringt Knoglinger noch einen Vorschlag: Da auch der direkt angrenzende Spar-Markt gerade saniert wird, wäre auch eine gemeinsame Lösung eines kleinen Beratungsschalters, der stundenweise besetzt wird, zumindest eine Hilfslösung.
Für Stadtrat Raml ist klar, dass diese Entwicklung nicht einfach hingenommen werden darf: „Eine funktionierende Stadt braucht eine starke Nahversorgung. Wenn immer mehr Einrichtungen aus den Stadtteilen verschwinden, werden gewachsene Strukturen zerstört. Bürgermeister Dietmar Prammer darf hier nicht nur zuschauen, sondern muss gemeinsam mit den Verantwortlichen Lösungen finden.“ Ein Bürgermeistergespräch mit den Banken, sei das Mindeste, so Raml.
Abschließend fordern Raml und Knoglinger ein Umdenken: „Die Stadtentwicklung darf sich nicht nur auf große Projekte konzentrieren, sondern muss auch die Bedürfnisse der Menschen in den Stadtteilen ernst nehmen. Der Froschberg darf nicht weiter ausgedünnt werden – die Bürger haben ein Recht auf eine wohnortnahe Versorgung mit grundlegenden Dienstleistungen.“