Hein: TomTom-Stauindex zeigt, 25 Stunden weniger Stau wegen Corona

Auch während der Morgen- und Abendspitze ging deutlich weniger Zeit verloren

Deutlich weniger Stauzeit als 2019 – Linz auf Platz vier in Österreich

Linz (017/21) – „Im vergangenen Jahr war die österreichische Stauhauptstadt wieder einmal Wien (+26%), gefolgt von Graz (+23%), Salzburg (+23%). Trotz großer Baustellen reiht sich unsere oberösterreichische Landeshauptstadt Linz (+17%) auf dem vierten Platz im Österreich-Ranking ein. Auf Platz 5 landet Innsbruck (ebenfalls +17%). Die Corona-Krise hat sich zumindest auch auf die Verkehrssituation positiv ausgewirkt“, berichtet Infrastrukturreferent Markus Hein: „Alle österreichischen Städte konnten sich gegenüber dem Jahr 2019 verbessern Linz sogar mit 5% deutlich. Im weltweiten Vergleich hat sich Linz auch verbessert und zwar um 11 Plätze. Damit landet Linz im Jahr 2020 international auf Platz 269.“

Weniger Wartezeiten auch in der Morgen- und Abendspitze

Autofahrer verlieren überwiegend in den morgendlichen (+29%) und abendlichen (+32%) Verkehrsspitzen Zeit. Auch diese Stauzeiten waren deutlich geringer als 2019. So fiel die zusätzliche Wartezeit der Morgenspitze um 15% und die Abendspitze um 11% geringer als ein Jahr zuvor aus. In 77 Tagen gab es sogar geringes Verkehrsaufkommen. Während des ersten Lockdowns im April war das Verkehrsaufkommen mit einem Plus von 9 Prozent am geringsten. Im Jänner mit einem Plus von 21% am höchsten. „In Summe standen die Autofahrer mit knapp drei Tagen aber 25 Stunden weniger lang im Stau als 2019“, analysiert Hein: „Das Jahr 2020 war sicher auch für den Verkehr ein Ausnahmejahr. Welchen Beitrag nun die Eröffnung der beiden Bypass-Brücken geleistet haben, kann somit aus der Statistik nicht eindeutig abgelesen werden.“

TomTom wertet aufgezeichnete Navi-Daten aus

Der Navigationsgerätehersteller TomTom zeichnet während der Fahrt laufend die entsprechenden Daten auf und leitet daraus den jährlichen „Stau-Index“ ab. Er beschreibt die prozentuale Veränderung der Verzögerungen von Fahrten durch verkehrsbedingte Behinderungen gegenüber einer freien Fahrt.

Hein: Rad-Demo während Stoßzeit sorgte für unglaubliches Stau-Chaos in Linz


Die Landespolizeidirektion muss zukünftig Gemeinwohl sorgfältiger schützen

„Nichts geht mehr!“, hieß es gestern zur abendlichen Stoßzeit. Wegen einer Demonstration, die auch von der Radlobby mitveranstaltet wurde, und bei Grünen und Neos begeisterte Unterstützer fand, kam der Verkehr im Stadtgebiet komplett zum Erliegen. Auf der Westspange reichte der Stau bis zur Westbrücke nahe dem Tunnel Bindermichl. Auch aus Richtung Urfahr ging nichts weiter, berichtet verärgert Infrastrukturreferent Vizebürgermeister Markus Hein: „Es ist mir unerklärlich, wie eine Demonstration von der Landespolizeidirektion an solch einer neuralgischen Stelle während der Stoßzeit überhaupt genehmigt werden konnte. Tausende Menschen, ob im Bus oder PKW, verloren nach einem harten Arbeitstag durch wenige Provokateure am Rad wertvolle Freizeit.“

Selbstverständlich ist das Demonstrationsrecht eine der wichtigsten demokratischen Säulen. Wer aber wochentags zur Abendstoßzeit den einzigen innerstädtischen Donauübergang dermaßen behindert, kann nur das Ziel maximaler Provokation verfolgen. Wenn in Folge dessen tausende Menschen genötigt werden, wird zukünftig die Landespolizeidirektion die Lage besser einschätzen müssen und erkennen, dass das Gemeinwohl dadurch massiv beeinträchtigt wird. Eine Interessensabwägung muss daher sorgfältiger erfolgen. Auch den Jubel von Neos und Grüne über diese „Aktion“ versteht Hein nicht. Das einzig „Erfolgreiche“ – neben der Provokation – war der Schadstoffausstoß, der das Vielfache eines normalen Wochentags ausmachte.

Einen weiteren negativen Beigeschmack hat auch der gewählte Zeitpunkt. Viel besser hätte man den ersten Tag des autofreien Hauptplatz nicht sabotieren können. Zahlreiche verärgerte Menschen sahen irrtümlich nämlich genau darin die Schuld am Stau, bedauert Hein: „Der Imageschaden eines autofreien Hauptplatzes ist enorm! Wir haben Grüne, Neos und Radlobby immer davor gewarnt, die Nibelungenbrücke zu blockieren. Heute sahen wir die Folgen.“ Ob das der richtige Weg ist, viele Mitstreiter für seine Anliegen zu finden?

„Aber vielleicht hatte diese Aktion ja doch auch einen positiven Nebeneffekt: Grüne, Neos und Radlobby sehen hoffentlich jetzt ein, dass man mit ‚der Brechstange‘ keine Verkehrslösungen erzwingen kann. Sie werden warten müssen, bis alle vier Donaubrücken fertig sind. Erst dann kann eine Fahrspur für Busse und Radfahrer auf der Nibelungenbrücke freigegeben werden. Vorher – wie man gestern ‚eindrucksvoll erleben musste‘, funktioniert das nicht einmal währender der Ferien“, so Hein abschließend.

Engertsberger/Hein: Gestaffelte Schulzeiten als verkehrliches Erfolgsmodell

Neuhofen an der Krems zeigt Linz wie es gehen könnte – Chancen aus der Krise nutzen

Der gestaffelte Schulbeginn ist in Linz-Land bereits Realität. Konkret setzt die Gemeinde Neuhofen an der Krems auf ein sehr einfaches Modell der gestaffelten Schulzeiten und zwar vorrangig aus Gründen des hohen Verkehrsaufkommens zu Stoßzeiten. Auch Linz kann sich an Neuhofen an der Krems ein Beispiel nehmen. „Bereits seit Jahrzehnten hat unsere Gemeinde in enger Zusammenarbeit mit den LeiterInnen der Volksschule und den damaligen zwei Hauptschulen eine gemeinsame Vorgehensweise betreffend die Schulbeginnzeiten vereinbart. In der Zwischenzeit hat die Volksschule ca. 400 SchülerInnen und beginnt um 8.00 Uhr. Die direkt daneben befindliche ‚Neue Mittelschule‘ hat 300 SchülerInnen und beginnt bereits um 7.30 Uhr mit dem Unterricht“, erklärt der Bürgermeister von Neuhofen an der Krems Günter Engertsberger.

Wie bereits in der vergangenen Woche vorgeschlagen, würde dieses Modell auch für Linz einige Vorteile bringen. „Eine Staffelung der Beginnzeiten nach Schultypen würde zu einer spürbaren Verkehrsentlastung – vor allem während der Stoßzeit am Morgen – führen“, erklärt Infrastrukturreferent Vizebürgermeister Markus Hein und fordert: „Viele Neuerungen durch die Corona-Krise gehen auch mit einer Änderung im eigenen Verhalten einher. Diese Gelegenheit sollten wir nutzen, um veraltete Strukturen aufzubrechen und nach neuen Wegen zu suchen. Mit der Staffelung der Schulzeiten in Neuhofen haben wir ein Best-Practice-Beispiel, dass seit langem gut funktioniert. In Linz müssen wir nur den Mut haben, diesem Beispiel zu folgen.“

„Durch das Splitting der Beginnzeiten wurde in Neuhofen eine wesentliche Verbesserung herbeigeführt. Berücksichtigt man neben den Schülern auch den Lehrkörper sowie die übrigen Bediensteten, wäre eine einheitliche Beginnzeit verkehrstechnisch mit nur einer Zubringerstraße in Neuhofen heute nicht mehr machbar. In Linz mit 42 Volksschulen, 21 Mittelschulen, 4 Sonderschulen, 2 Polytechnische Schulen, 9 Berufsschulen und 16 AHS wäre das Potential ungleich höher“, so Engertsberger und Hein.

Hein fordert gestaffelten Beginn der Schulzeiten am Morgen

Bessere Verteilung des Verkehrs bringt weniger Stau und mehr Platz in Öffis

Im Mai sollen nun auch die Schulen wieder aufsperren dürfen. Damit verbunden ist natürlich auch eine spürbare Steigerung des Verkehrsaufkommens. „Um nicht wieder in die alten Muster zurückzufallen und im täglichen Stau viel Zeit zu verlieren, wäre die seit Jahrzehnten diskutierte und auch von vielen Verkehrsbetrieben geforderte Staffelung des morgendlichen Schulbeginns endlich umzusetzen“, fordert Verkehrsreferent Vizebürgermeister Markus Hein: „Diese Änderung hätte mehrere Vorteile: Weniger Stau, weniger Chaos vor den Schulen und mehr Platz in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Gerade letzteres wäre auch hinsichtlich Mindestabstand in der aktuellen Lage von Vorteil.“

„Denkbar wäre beispielsweise eine Staffelung nach Schultypen – Volksschule, Unterstufe, Oberstufe. Beginnen könnten dabei beispielsweise die Volksschulen. Für ältere und damit selbstständigere Schüler könnten die entsprechenden Beginnzeiten in 30 Minutenschritten gestaffelt werden“, erklärt Hein: „Gerade jetzt würde ich mir mehr Flexibilität und Mut von den für Bildung zuständigen Stellen im Land und Bund erwarten. Krisenzeiten sind oft auch Zeiten der Veränderung. Wir sollten diese Chance deshalb jetzt nutzen. Wenn erst der gewohnte Alltag wieder eingekehrt ist, werden Abweichungen nur mehr ungern akzeptiert – dabei spielt auch die eigene Bequemlichkeit eine Rolle.“

Hein ist überzeugt, dass neben seiner Forderung nach regelmäßigen Homeoffice-Tagen auch die gestaffelten Schulbeginnzeiten den täglichen Stau beseitigen würden. „Mit einer besseren Verteilung würde die vorhandene Infrastruktur in vielen Fällen ausreichen und sie wäre über einen größeren Zeitraum optimaler genutzt. Sowohl Stau- wie auch Leerzeiten würden weniger werden und das ganz ohne teure Investitionen. Ich gehe davon aus, dass nach Corona das Geld für Großinvestitionen sicher nicht mehr werden wird und wir uns auf die Umsetzung der wichtigsten Infrastrukturprojekte konzentrieren werden müssen!“, so Hein abschließend.

 

Hein: Mehr Homeoffice auch nach der Krise würde für weniger Stau sorgen

Zehn Prozent weniger Verkehr und auf den Linzer Straßen wird es spürbar flüssiger

In Krisenzeiten sind viele Menschen und auch Unternehmer bereit, für sie sonst vielleicht auch ungewohntes, Neuland zu betreten. Homeoffice war vor der Krise noch für viele undenkbar. Vorurteile, wie beispielsweise daheim wird nicht konzentriert gearbeitet, hielten viele davon ab, dies breitflächiger zu ermöglichen. Dabei wäre gerade Homeoffice eine günstige und sehr wirkungsvolle Methode – auch außerhalb einer Krise – gegen den Stau zu kämpfen. „Dies würde natürlich auch dem städtischen Klima guttun“, erklärt Verkehrsreferent Vizebürgermeister Markus Hein: „Gerade jetzt in der Krise sehen wir, dass unser Notsystem, welches von vielen Mitarbeitern über Homeoffice betrieben wird, sehr gut funktioniert. Viele Arbeiten können – ohne Qualitätsverlust – von zu Hause aus per Computer erledigt werden.“

„Wenn nur zehn Prozent der Einpendler auf Homeoffice, sanfte Mobilität oder den Umweltverbund wechseln, würde sich die durchschnittliche Stauzeit in unserer Stadt deutlich reduzieren“, prophezeit Hein: „Wir wissen, dass im Sommer ungefähr elf Prozent der Bevölkerung gleichzeitig auf Urlaub sind. Das war das Ergebnis einer IMAS-Umfrage. Diese elf Prozent reichen aber bereits aus, damit es auf den Linzer Straßen flüssig und nahezu staufrei vorwärts geht.“ Hein kündigt abschließend an, dass er sich speziell dafür einsetzen wird, dass Homeoffice in Linz für Behörden und Unternehmen endlich zum Alltag wird: „Wir können in der Stadt nicht nur von Digitalisierung sprechen, wir müssen auch die eigenen Arbeitsprozesse in diese Richtung entwickeln! Digitalisierung muss vor allem dazu dienen, die Lebensqualität der Menschen zu erhöhen. Mehr digital, weniger Stau – muss das Motto lauten!“