Hein: Hein will Treuebonus für Jahreskartenbesitzer

Die Gültigkeit des Jahrestickets soll um einen Monat verlängert werden

Für Studenten, die beklagten, dass das Semesterticket wegen der COVID-19-Krise für sie wertlos geworden sei, wurde eine unbürokratische und schnelle Lösung gefunden. Das Semesterticket gilt nun auch im kommenden Wintersemester, erinnert Vizebürgermeister Markus Hein: „Ich habe damals schon diese schnelle und unkomplizierte Lösung begrüßt, obwohl ich mir eine einheitliche Lösung für alle Jahreskartenbesitzer gewünscht hätte.“

Im Gegensatz zum Semesterticket kann die Jahreskarte – wenn diese nicht mehr benötigt wird – gekündigt werden. Die meisten Fahrgäste werden wohl trotzdem ihr Kündigungsrecht nicht genutzt haben. Als Dankeschön für diese Treue schlägt Vizebürgermeister Markus Hein vor, dass diesen Besitzern die Gültigkeit der Jahreskarte einfach um ein Monat verlängert wird. „Das wäre eine nette Geste und würde auch nicht nennenswerte zusätzliche Kosten verursachen. Ich gehe davon aus, dass der Großteil der Jahreskartenbesitzer ohnehin auch wieder eine neue Jahreskarte kauft und sich so einfach nur der Abrechnungszeitraum um einen Monat nach hinten verschiebt.“

Hein: Normalbetrieb bei Kurzparkzonen und bei LINZ LINIEN müssen Hand in Hand gehen

Öffentlicher Verkehr braucht praxistaugliche Regeln von Bundesregierung

„Die LINZ LINIEN haben die letzten vier Wochen in der Coronakrise sehr gut gemeistert. Wenn es auch da und dort anfänglich zu kleineren Problemen kam, konnte auf die Wünsche der Fahrgäste doch rasch eingegangen werden. Somit haben wir schlussendlich bei den LINZ LINIEN ein ausreichendes und sicheres Verkehrsangebot zu Verfügung gestellt“, berichtet Vizebürgermeister Markus Hein.

Seit Montag dieser Woche fahren die LINZ LINIEN wieder den Ferienfahrplan, der mit wenigen Ausnahmen und Ausdünnungen (zB Verstärkerfahrten für Schüler) fast dem Normalfahrplan entspricht. „Ab 4. Mai ist eine Umstellung auf den Normalfahrplan bei den LINZ LINIEN angedacht, aber noch nicht beschlossen“, erklärt Hein und führt weiters dazu aus: „Ich plädiere eindringlich dafür, dass der Normalbetrieb wie geplant umgesetzt wird, denn am 4. Mai werden wir auch die Kurzparkzonen wieder scharfstellen. Damit wird natürlich auch das Fahrgastaufkommen spürbar höher sein. Wir brauchen dazu aber ein praxistaugliches Regelwerk der Bundesregierung, damit der Normalbetrieb im öffentlichen Verkehr auch möglich ist.“

Das Fahrgastmonitoring der LINZ LINIEN zeigt mit dieser Woche wieder ein steigendes Verkehrsaufkommen, welches jetzt unter Berücksichtigung der Ein-Meter-Abstandsregel noch gut zu bewältigen ist. „Bei einem weiteren Anstieg der Fahrgastzahlen und Beibehaltung dieser Regel wird das nicht mehr funktionieren. Das bedeutet, dass mit weiteren Öffnungen von Geschäften und Betrieben sowie der teilweisen Öffnung von Schulen, diese Regel nicht mehr einzuhalten sein wird“, warnt Hein und fordert daher: „Hier braucht es dringend eine Überarbeitung durch die Bundesregierung, denn dieses Problem betrifft alle Verkehrsunternehmen in Österreich gleichermaßen.“

Ein konkretes Beispiel:
Für alle Fahrzeuge im innerstädtischen Verkehr werden pro m² rechnerisch 4 Personen veranschlagt. Daraus ergibt sich ein Fassungsvermögen von ca. 220 Personen bei einem 40 m langen Cityrunner. Um die Ein-Meter-Abstandsregel einhalten zu können, dürfte pro m² aber nur mehr ein Fahrgast mitfahren. Das bedeutet, eine Reduktion der Fahrgäste auf ein Viertel (nur mehr ca. 55 Personen pro Straßenbahn). Für O-Busse und Busse kann eine analoge Rechnung erfolgen. Die Abstandsregel wird bei der erwartbaren Zunahme von Fahrgästen nicht mehr einhaltbar sein. Es braucht für die Betreiber deshalb eine rasche und zweckgerichtete Abänderung dieser Regelung.

Raml zu Fahrplaneinschränkung: Evaluierung und Erweiterung zu Spitzenzeiten notwendig!

Mehrere Beschwerden nach Fahrplanumstellung

Die Linz Linien haben seit heute auch wochentags auf den Sonntagsfahrplan umgestellt. Einige besorgte Fahrgäste klagen bereits über volle Fahrzeuge, die den gebotenen 1-Meter-Abstand in den Morgenstunden verunmöglichen würden. Gesundheitsstadtrat Michael Raml zeigt Verständnis und hat daher bereits die Linz Linien ersucht, die neue Situation zeitnah zu evaluieren und in Spitzenzeiten zusätzliche Fahrten einzuschieben. „Die Reduktion der Fahrten ist aufgrund des deutlichen Rückgangs an Fahrgästen verständlich. Dies dient nicht nur der Wirtschaftlichkeit, sondern vor allem auch der Gesundheit der Mitarbeiter. Gleichzeitig müssen aber Menschen, die systemrelevant und auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, weiterhin sicher und in angemessener Zeit am Arbeitsplatz ankommen!“ so Raml, der auch Aufsichtsrat der Linz Linien ist. „Natürlich birgt eine Systemumstellung anfangs Verbesserungspotential. Nun gilt es, dieses auch rasch zu erkennen und umzusetzen. Ich bin zuversichtlich, dass die Geschäftsführung im Dienste der Fahrgastsicherheit und Systemerhaltung tätig wird.“