Einsparpotenzial liegt bei ideologischen Randbereichen statt bei Spitzenforschung
Mit Unverständnis reagiert der Linzer FPÖ-Stadtrat Dr. Michael Raml auf die Verschiebung des geplanten Bachelorstudiums „Quantum Science and Technology“ an der Johannes Kepler Universität Linz. Gerade in einem Zukunftsfeld wie der Quantenphysik brauche Österreich mehr und nicht weniger Ausbildungsangebote. „Quantenforschung zählt weltweit zu den wichtigsten Zukunftstechnologien. Hier geht es um Innovation, Forschung, Wettbewerbsfähigkeit und hochqualifizierte Arbeitsplätze. Dass ausgerechnet ein solches Studium verschoben werden muss, ist ein falsches Signal für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Linz“, so Raml. „Die JKU Linz leistet sich hingegen neben einem eigenen Institut für Geschlechterforschung auch eine Abteilung für Vielfalt. Die Verfolgung gesellschaftspolitischer Agenden gehört jedoch nicht zu den Kernaufgaben einer Universität. Bei Zukunftstechnologien sparen, aber Genderstudien finanzieren – das passt nicht zusammen.“
Kritisch sieht der freiheitliche Stadtrat dabei auch die Prioritätensetzung im Hochschulbereich: „Die Sparmaßnahmen der Bundesregierung sind bedauerlich und persönlich hätte ich statt bei der Bildung in anderen Bereichen – etwa bei Asyl & Migration – deutlich stärkere Kürzungen vorgenommen. Nichtsdestotrotz ist es ein Faktum, dass sich die Budgets der Universitäten in den vergangenen 15 Jahren von rund 8,2 Mrd. Euro im Jahr 2012 auf rund 16,1 Mrd. Euro fast verdoppelt haben.“
Für Raml steht fest, dass Universitäten in erster Linie Orte wissenschaftlicher Exzellenz, technischer Innovation und qualifizierter Ausbildung sein müssen. „Linz ist eine Industrie- und Technologiestadt. Wir brauchen mehr Ingenieure, Naturwissenschaftler und Forscher, die an den Technologien von morgen arbeiten. Es ist schwer vermittelbar, wenn für Gender- und Diversitätsstrukturen ausreichend Mittel vorhanden sind, während bei einem zukunftsweisenden Studium der Quantenphysik plötzlich das Geld fehlt. Die Prioritäten müssen wieder stärker auf Forschung, Leistung und den Nutzen für den Standort statt auf linke Ideologie ausgerichtet werden“, so Raml abschließend.