FPÖ-Gemeinderatsantrag: Neue Linzer Sozialstadträtin soll mit dem Land Oberösterreich rasch Schutz für obdachlose Menschen finden
Linz, (006/26) – „Die tragische Meldung, dass in Wien zwei Obdachlose erfroren sind, ist eine traurige aber umso eindringlichere Mahnung, nicht weiter wegzusehen“, zeigt sich Stadtrat Michael Raml tief bestürzt. Auch in Linz schlafen trotz anhaltender Minusgrade weiterhin zahlreiche Obdachlose unter Brücken oder in Parks. Sogar die Rutschen von Kinderspielplätzen werden als provisorisches Dach über dem Kopf verwendet. Nach der Renovierung des Linzer Busterminals wird auch zunehmend die Tiefgarage beim Hauptbahnhof als notdürftige Unterkunft genutzt. Derartige Zustände sind weder für Besucher der Stadt, für Linzer Bürger noch für die Betroffenen selbst tragbar. „Es ist unerträglich, dass Menschen bei diesen Temperaturen in Tiefgaragen oder im Freien übernachten müssen, während gleichzeitig über Zuständigkeiten diskutiert wird“, kritisiert FPÖ-Sozialsprecher Gemeinderat Peter Stumptner und kündigt einen Antrag in der kommenden Gemeinderatssitzung an.
Besonders dramatisch ist die Situation für jene, die aufgrund psychischer Erkrankungen oder von Suchterkrankungen nicht in regulären Notschlafstellen untergebracht werden können. Hinzu kommen Menschen, die es schlicht nicht aushalten, mit anderen in einem Raum zu schlafen – wie es in vielen bestehenden Notunterkünften der Fall ist. Diese Personen fallen durch das Raster der derzeitigen Angebote und bleiben oft ganz ohne Schutz
Der freiheitliche Sozialsprecher Peter Stumptner richtet daher einen klaren Appell an die neue Linzer Sozialstadträtin Karin Leitner: „Es geht jetzt nicht um politische Abgrenzung, sondern um konkrete Hilfe. Frau Vizebürgermeisterin Leitner ist gefordert, bestehende Differenzen mit dem Land Oberösterreich zu überwinden und gemeinsam mit Sozial-Landesrat Christian Dörfel rasch praktikable Lösungen im Sinne der betroffenen Menschen zu erarbeiten.“ Sicherheitsstadtrat Raml unterstreicht: „Damit sich die Tragödie von Wien in der Oberösterreichischen Landeshauptstadt nicht wiederholt, muss endlich gehandelt werden!“
Konkret fordert die FPÖ Linz die Errichtung zusätzlicher, besonders niedrigschwelliger Notquartiere, die auf das Allernotwendigste reduziert sind: Schutz vor Witterung, ein sicherer Schlafplatz sowie Zugang zu Sanitäranlagen. „Es braucht einfache Rückzugsräume ohne hohe Hürden, die auch von jenen angenommen werden können, die in klassischen Notschlafstellen keinen Platz finden oder diese nicht nutzen können“, so Stumptner. „Gerade in den Wintermonaten darf niemand aus rein organisatorischen oder zuständigkeitsbedingten Gründen im Freien schlafen müssen und sein eigenes Leben gefährden“, sind sich Raml und Stumptner einig.