Wimmer zu „Theatervertrag“: Steuerzahler schießt pro Karte über 84 Euro zu 

Positiver SPÖ-Schwenk – „Millionenstadt-Kultur“ muss man sich leisten können  

„Wir Freiheitliche kritisieren seit Jahren die Finanzierungsvereinbarung zwischen Stadt Linz und Land OÖ an sich: Dieser Vertrag wirkt sich wie die Summe aller Transfers zum Nachteil von Linz aus. Das nunmehrige, positive Umdenken in der SPÖ sorgt für eine Mehrheit zu Gunsten unserer langjährigen Forderung“, berichtet der freiheitliche Linzer Vizebürgermeister Detlef Wimmer. Zu den Fakten: Der aktuelle Zuschussbedarf (Rückzahlung Baukosten und Abgangsdeckung laufender Aufwand) seitens des Landes und der Stadt Linz für die Oö. Theater und Orchester GmbH (TOG) beträgt jährlich mehr als 40 Mio. Euro. Zieht man die Kartenerlöse davon ab, ergibt sich immer noch ein Zuschussbedarf von mehr als 84 Euro je Eintrittskarte, für die die öffentliche Hand aufkommen muss.

„Ein Theater mit derartigem Anspruch erfüllt im Gegensatz zum Museum der Stadtgeschichte und dergleichen keinen breiten Bildungsauftrag für die Allgemeinheit. Die ‚Kultureinrichtung einer Millionenstadt‘, worauf ÖVP, Grüne und früher SPÖ allzu stolz waren, muss man sich auch dauerhaft leisten können – ohne bei der breiten Bevölkerung zu sparen. Es muss auf Dauer vom Publikum getragen sein“, unterstreicht Wimmer. „Warum sollen alle die ‚Millionenstadt-Kultur‘ finanzieren, wenn es anderswo – Stichworte: Wohnen, Infrastruktur und Sicherheit – noch genügend Investitionspotenzial gibt?“

„Über andere Landestransfers und die Verteilung der Steuererträge leistet die Stadt ohnehin noch überproportional viel an das Land. Deshalb kann es kein Problem sein, wenn das Land eigenverantwortlich derartige Einrichtungen finanziert. Heute wird im Finanzausschuss das Ende des Theatervertrages beschlossen“, stellt Wimmer fest: „Wir müssen die Beendigung des alten und diffusen Vertrages als Chance für einen Neustart sehen. Dieses komplexe System bindet nur Zeit und Ressourcen. Wir brauchen ein faires und effizientes System der Transfers, bei dem beide Vertragspartner die Luft zum Atmen bleibt. An einem Beispiel auf den Punkt gebracht: Sonst kritisieren teilweise Landespolitiker die finanziell verbesserungswürdige Situation der Stadt Linz – und hier tun manche so, als wären ‚ein paar Millionen‘ pro Jahr ganz normal.“