Wimmer zu Theatervertrag: „Millionenstadt-Kultur“ muss man sich leisten können

Transfers für Linz in Summe negativ – künftig auf nötige Infrastruktur konzentrieren

„Aus der früheren Ära von Altbürgermeister Franz Dobusch kommt der Sager, wonach Linz die ‚Kultureinrichtungen einer Millionenstadt‘ habe. Zweifellos sind Quantität und (über weite Strecken auch) Qualität des kulturellen Angebots beachtlich. Auf Dauer muss man sich das Ganze aber auch leisten können“, stellt der Linzer FPÖ-Obmann Vbgm Detlef Wimmer sachlich fest: „Deshalb haben wir vor etwa zwei Jahrzehnten die teure Oper im Berg verhindert und waren auch zum Musiktheater auf der Promenade skeptisch. Schon im Jahr 2014 hat der Gemeinderat auf Antrag der Freiheitlichen eine Überprüfung des Musiktheatervertrags eingeleitet. Zuvor zeigte sich, dass jeder Theaterbesuch rechnerisch mit bis zu rund einhundert Euro subventioniert werden musste – wenn man die Kartenpreise den Vollkosten gegenüberstellt.“

Klar zu unterscheiden ist für Wimmer zwischen einem (notwendigen) Bildungsauftrag für die Allgemeinheit, beispielsweise der Besuch eines Museums für Stadtgeschichte durch Schüler, und einem sehr hochwertigen, aber eben auch sehr teuren Äquivalent zu Städten, die fünf Mal so groß sind wie Linz. „Es passt auch nicht zusammen, dass Tarife für die Allgemeinheit laufend der Inflation angepasst werden, hier aber Geld eine geringere Rolle spielt. Vielleicht fehlt hier manchen der Blick für das Wesentliche: Warum sollen alle diese ‚Millionenstadt-Kultur‘ finanzieren, wenn es anderswo – Stichworte: Wohnen, Infrastruktur, Bildung und Sicherheit – noch genügend Investitionspotenzial gibt, das uns alle betrifft?“

Hinsichtlich der „Transfers“ (Zahlungen zwischen Land und Stadt) hat sich über Jahrzehnte ein dermaßen komplexes und diffuses System aufgebaut, dessen Verwaltung alleine schon viel Zeit und Ressourcen bindet. Wenn eine Vereinfachung gelingt, kann es für alle Seiten nur positiv sein. „Auch das Zentrum für Verwaltungsforschung (KDZ) und das Institut für Kommunalwissenschaften (IKW) haben das System der Transfers mehrfach untersucht und auf erhebliche Ineffizienz und Ungleichheit im Bundesländervergleich hingewiesen. Zudem kann man nötige gemeinsame Investitionen in öffentliche Infrastruktur – wie Donaubrücke, Schienenachse und urbane Seilbahn – nicht mit dem privaten Vergnügen von Besuchern einer ‚Millionenstadt-Kulturlandschaft‘ vergleichen“, stellt Wimmer fest.