Erhöhung im Vorfeld begründen statt überfallsartig verordnen

Wimmer„Kurz nach der überraschenden Erhöhung der meisten Öffi-Tarife um zehn Prozent regt sich Kritik – vor allem an der Vorgehensweise. Für die Zukunft wäre es sinnvoll, eine transparentere Preisgestaltung vorzunehmen und damit nicht den Eindruck zu erwecken, dass Kunden überrumpelt werden. Vielleicht hätten einige sonst auch noch eine günstigere Monats- oder Jahreskarte gekauft?“ meint der Linzer Vizebürgermeister und Linz-AG-Aufsichtsrat Detlef Wimmer: „In anderen Bereichen gibt es eine automatische Anpassung anhand der Inflation. Mit mehr Vorlaufzeit können auch Fehler bei den Automaten, wo scheinbar noch alte Preise angezeigt werden, vermieden werden.“

Eine Preissenkung beim Gas hat die Linz AG zurecht auch im Vorfeld angekündigt, die nunmehrige Erhöhung offenbar nicht. „Es wäre sinnvoll, die Preisgestaltung auch zu begründen – gerade dann, wenn immer wieder von einer Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs die Rede ist“, gibt Wimmer zu bedenken: „Umso genauer muss argumentiert werden, warum die Tickets im Preis steigen. Zu guter Letzt ist zu hinterfragen, weshalb die Kunden mit Einzelfahrkarten angesichts der niedrigen Inflation relativ stark zur Kasse geben werden, das so genannte Umweltticket (Anm.: geförderte Jahreskarte) aber seit Jahren genau gleich bleibt. Die Differenz zwischen € 285 und dem neuen Tarif von € 453,34 muss die Stadt der Linz AG ersetzen. Die Erhöhung wird auf die Stadt umgewälzt und sorgt für Mehrkosten von weit über einhunderttausend Euro.“