Geld illegaler Bettler soll wirklich Armen helfen

dewi-formell„Bei der kommenden Verschärfung des Bettelverbotes dürfen wir nicht darauf vergessen, dass es neben illegalen Bettlern und ‚Sozialtouristen‘ auch wirklich Hilfsbedürftige gibt. ‚Profi-Bettler‘ haben in den letzten Jahren mehrfach Obdachlose schikaniert oder verletzt – sogar bis zum Tod“, erinnert der Linzer Sicherheitsstadtrat Detlef Wimmer. „Neben strengeren Gesetzen und stärkeren Kontrollen sehe ich eine weitere Chance zur Verbesserung: Strafen für illegale Bettelei sollen künftig für Hilfe an wirklich Bedürftige zweckgewidmet werden.“

Wimmer erwartet sich einerseits einen Lenkungseffekt von scheinbaren zu wirklich Armen, die oft unverschuldet in eine Notlage geraten sind, sich aber korrekt verhalten. Andererseits schafft eine Zweckwidmung auch mehr Verständnis für die strenge Vorgehensweise gegen teils kriminelle „Schnorrer“ und „Abzocker“, die weniger aufdringliche Bedürftige in Mitleidenschaft ziehen. „In einem Sozial- und Rechtsstaat brauchen wir eine klare Trennlinie zwischen einem gerechten sozialen Netz und jeder Form von Sozialmissbrauch“, pocht Wimmer auf bedarfsgerechte Hilfe an Stelle der „rosa Brille“.

Die möglicherweise aufkommende Frage, ob illegale Bettler nennenswerte Beiträge für das Sozialwesen liefern können, nimmt Wimmer gleich vorweg: „Bei Wiederholungstätern werden gewöhnlich Strafen um die hundert Euro ausgesprochen. Diese werden zwar zunächst nicht bezahlt, vor dem Vollzug der Ersatzfreiheitsstrafe erscheinen dann aber oft andere Menschen bei der Behörde, die an Stelle des illegalen Bettlers zahlen und ihr ‚Bandenmitglied‘ retten. Kommen Strafen künftig zum Beispiel dem bestehenden Sozialfonds der Stadt Linz zu Gute, helfen wir belästigten Bürgern und wirklich Bedürftigen!“