„Mikroskopisches“ Inserat schürt Sorge um Objektivität

 

dewi-formell„Zweck eines Inserats ist es, Interessenten auf eine freie Stelle aufmerksam zu machen und aus möglichst vielen Kandidaten wählen zu können – an sich eine Binsenweisheit“, meint der Linzer FPÖ-Stadtrat Detlef Wimmer. „Scheinbar doch nicht so ist es bei einem der höchsten Beamten des ganzen Landes: Der kürzlich ausgeschriebene Magistratsdirektor liegt an der einsamen Spitze des oberösterreichischen Gehaltsschemas. Das Stelleninserat ist hingegen mikroskopisch klein.“

 

Skepsis regt sich angesichts der sonstigen Ausschreibungsmodalitäten, wie Wimmer erläutert: „Mittlere Führungs- und normale Sachbearbeiter-Funktionen sind oft doppelt so groß ausgeschrieben wie das nur etwa 6,5 x 9 cm umfassende Inserat. Außenstehende fragen sich daher, ob die freie Stelle wirklich ernsthaft beworben wird oder die Ausschreibung nur eine ‚Formsache‘ darstellt.“ Rechtlich ist ein Stelleninserat vorgeschrieben. Wenn es der Stadt nur um den Spargedanken ginge, müsste man aber auch andere Schaltungen wesentlich kleiner gestalten …

 

Eine Anfrage Wimmers bei den zuständigen Stellen der Stadtverwaltung konnte „urlaubsbedingt“ binnen dieser Woche nicht beantwortet werden. „Leider läuft die Bewerbungsfrist aber schon mit Monatsende ab – zu einer etwaigen Klärung und, falls überhaupt gewünscht, stärkeren Bewerbung bleibt also nicht mehr viel Zeit“, fasst der Stadtrat zusammen. „Auch unabhängig vom konkreten Fall sollen die Überlegungen hinter dem Mini-Inserat offen gelegt werden, um Transparenz zu schaffen und herrschende Skepsis zu zerstreuen. Sparsamkeit, Zweckmäßigkeit und Transparenz sind unsere Ziele“, hofft Wimmer auf rasche Klärung der Hintergründe.