Terroranschläge: Gesundheits- und Sicherheitsstadtrat Raml warnt vor Gefahr für Kliniken

Internationale Studien attestieren hohes Gefährdungspotential – Spitäler benötigen Sicherheitskonzepte bei Erst- und Zweitanschlägen

Der Linzer Gesundheits- und Sicherheitsstadtrat Michael Raml weist in der Diskussion rund um die Prävention und Abwehr von Terrorismus in Österreich auf die Notwendigkeit zur Etablierung von Sicherheitskonzepten für Kliniken und Spitäler hin: „Wir wissen heute sowohl aus der internationalen Terrorismusforschung als auch aus konkreten Erfahrungen in anderen Ländern, dass für Kliniken und Rettungskräfte eine erhöhte Gefahr besteht, zum Ziel terroristischer Anschläge zu werden. Diese Gefährdungslage umfasst einerseits ‚Erstanschläge‘, bei denen Kliniken als Teil der kritischen Infrastruktur das primäre Ziel darstellen. Andererseits geht es dabei aber auch um besonders perfide ‚Zweitanschläge‘, bei denen zuerst an einem anderen Ort ein Anschlag verübt wird, dem dann ein zweiter Angriff auf die alarmierten Rettungskräfte und Krankenhäuser folgt.“ Schockiert zeigt sich Raml, dass der Wiener Attentäter und amtsbekannte Gefährder im ersten Lockdown als Security in einem Wiener Spital gearbeitet und damit Zutritt zur kritischen Infrastruktur gehabt haben soll.

Insbesondere große Klinikareale mit mehreren Gebäuden und zahlreichen Eingängen sowie Notaufnahmen seien in der Regel für jedermann leicht zu betreten und dadurch wenig bis gar nicht vor Angriffen geschützt. „Der Anschlag von Wien hat uns gezeigt, dass wir gut daran täten, uns mit dem Schutz von kritischer Infrastruktur im Gesundheitsbereich zu beschäftigen, bevor etwas geschieht und nicht erst danach. Ich mahne deshalb dazu, bestehende Sicherheitskonzepte oberösterreichischer Kliniken auf ihre Tauglichkeit zur Prävention und Bewältigung von Erst- und Zweitanschlägen zu überprüfen und, wo nötig, nachzubessern. Gesundheitslandesrätin Haberlander muss als politisch Verantwortliche die oberösterreichische Gesundheitsholding anhalten, ein entsprechendes Konzept vorzulegen. Falls es noch keines gibt, muss dringend eines erarbeitet werden! Gerne stelle ich hierzu im Rahmen meiner Funktion als Gesundheits- und Sicherheitsstadtrat der Stadt Linz meine Hilfe zur Verfügung“, so Raml abschließend.