Hein: Ein praxistaugliches Verkehrskonzept für die Gugl existiert seit Jahren

Auch bei einem Neubau der Gugl sind die Rahmenbedingungen dieselben

Im Zuge der medialen Diskussion um den Neubau des LASK-Stadions hält sich die falsche Behauptung hartnäckig, dass es für die Gugl kein Verkehrskonzept gibt. „Das entspricht einfach nicht der Realität. Natürlich gibt es dazu ein umfassendes Verkehrskonzept. Auf der Gugl hat es schon vorher entsprechende Spiele oder Veranstaltungen gegeben, die ohne Verkehrskonzept nicht stattfinden, hätten können“, erklärt Infrastrukturreferent Vizebürgermeister Markus Hein. Allerdings entspricht es weniger parteipolitischer Dogmen, sondern es wurde aus der Praxis heraus über Jahrzehnte entwickelt. Es ist also das Ergebnis eines intensiven Erfahrungsaustausches zwischen Polizei, Behörden, Stadtplanung, der Linz Linien und des Vereins. „Das vorliegende Konzept entspringt somit den praktischen Erfahrungen aller Beteiligten. Manche tun ja gerade so, als ob es das Stadion nie gegeben hätte. Das stimmt einfach nicht“, klärt der für den städtischen Verkehr zuständige freiheitliche Vizebürgermeister Markus Hein auf.

Das Verkehrskonzept für das Stadion und die TipsArena, das 2007 gemeinsam mit Behörden, Verkehrsplanung, Polizei und Linz Linien entwickelt wurde, sieht einen Maßnahmenkatalog vor, der sich in drei Kategorien beschreiben lässt. Kategorie 1 trifft zu, wenn ein Besucherandrang von 3.000 bis 6.000 Personen vorliegt. Dies umfasst Sonderfahrten der Linz Linien, bedarfsorientierte Zufahrtsregelungen an der Waldeggstraße und punktuelle Halteverbote am Froschberg. Kategorie 2 schließt die Summe von 6.000 bis 20.000 Besuchern ein. Diese ist gekennzeichnet von bedarfsorientierten Straßensperren, wobei definierte Sperrzonen erweitert werden. Weitere Maßnahmen beinhalten beispielsweise Ankündigungen auf der A7 und verstärkte Sonderfahrten der Linz Linien. Kategorie 3 umfasst über 20.000 Besucher. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Sperre des Froschbergs, erweiterte Sonderfahrten der ÖBB und der Linz Linien, Ankündigungen auf der A7 und erweiterte Halteverbote im Zuge einer dritten Sperrzone.

Dass dieses Konzept funktioniert, haben wir beispielsweise in der Fußballsaison 2019 gesehen. Wie wir in unserer Heimatstadt europäische Größen, darunter den FC Basel oder PSV Eindhoven begrüßen durften, war das Stadion restlos ausverkauft. Die Polizei hat bei der Umsetzung des bewährten Verkehrskonzeptes beeindruckend demonstriert, dass es funktioniert. Natürlich muss man sich schon auch darüber im Klaren sein, dass bei Spitzenspielen mit einer erhöhten Verkehrsbelastung zu rechnen ist. Das ist aber nicht der Regelfall. Es wird aber keinen Standort für ein Stadion geben, wo es anders wäre. „Meist versteckt sich in der unfairen und unsachlichen Kritik politischer Mitbewerber nur der Versuch, politisches Kleingeld zu schlagen.“

Raml: Nach Massendemonstrationen müssen auch Stadionbesuche erlaubt werden

Zahlreiche Corona-Einschränkungen gelten – Demos mit 50.000 Teilnehmern jedoch kein Problem?

„Es wird mit zweierlei Maß gemessen“, bringt der Linzer Gesundheitsstadtrat Michael Raml die aktuelle Corona-Situation auf den Punkt. „In Linz sind am Wochenende tausende Menschen dicht aneinandergereiht und teils ohne Schutzmasken auf die Straße gegangen, in Wien waren es sogar 50.000. Aus politischem Kalkül werden Regeln jetzt einfach neu interpretiert. Gleichzeitig bleiben Sitzplätze in Fußballstadien leer und Familien werden vor vermeintlich überfüllten Freibädern abgewiesen. Das passt einfach nicht zusammen. Es muss gleiches Recht für alle gelten!“, stellt Raml klar. „Die nun vom grünen Gesundheitsminister Anschober verlautbarten Regeln, dass ein Mundschutz getragen werden muss, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, ändern nichts an der Situation. Wie soll bei zehntausenden Menschen der Mindestabstand kontrolliert werden? Und wie sollen ´Maskensünder´ im Schutze der Massen erkannt werden? Stadionbesuche mit fix zugewiesenen Plätzen sind aber immer noch verboten. Diese Regelungen sind nur Augenauswischerei.“

„Natürlich ist das Versammlungsrecht ein hohes Gut. Die Bundesregierung soll jedoch all jenen, die sich in allen anderen Lebensbereichen an die massiven Einschränkungen halten, erklären, wie derartige Massenaufläufe ungestraft möglich sind, während andere Personen und Gewerbetreibende in den letzten Wochen akribisch gestraft wurden. Ich persönlich kann diese zweigleisige Vorgehensweise nicht nachvollziehen“, gibt der Gesundheitsstadtrat zu bedenken. „Wenn etwa Fußballstadien weiterhin geschlossen bleiben müssen, gleichzeitig aber 50.000 Menschen dicht an dicht auf der Straße stehen, hat das keinerlei Verhältnismäßigkeit. Auch den Unmut unzähliger Gastronomen, die noch immer mit massiven Beschränkungen und Einbußen zu kämpfen haben, kann ich bei solch einer unfairen Vorgangsweise sehr gut nachvollziehen“, erklärt Raml abschließend.