FPÖ-Gesundheitsstadtrat Dr. Michael Raml: „Ich bin entschieden gegen einen Impfzwang in bestimmten Berufsgruppen und Kinderimpfungen mit einem dafür nicht zugelassenen Impfstoff! Der Personalmangel in Gesundheits- und Pflegeberufen wird sich dadurch noch dramatisch erhöhen und der Druck auf Eltern und Kinder wird weiter steigen.“

„Wir Freiheitliche haben lange davor gewarnt, nun wird es Realität: Minister Mückstein wird für Gesundheitspersonal künftig eine Corona-Impfpflicht verordnen. Darüber hinaus ist eine Impfpflicht für weitere Berufe nicht ausgeschlossen und somit wohl der nächste Schritt. Das hat mit Selbstbestimmung und der persönlichen Freiheit nichts mehr zu tun. Jeder muss selber über seinen Körper entscheiden dürfen. Von Politikern auferlegte Impfzwänge lehne ich entschieden ab“, mahnt der Linzer Gesundheitsstadtrat Dr. Michael Raml und warnt vor einem noch dramatischeren Personalmangel in Gesundheits- und Pflegeberufen: „Seit Jahren wird die Suche nach einem Haus- oder Facharzt für Linzer immer schwieriger. Auch ohne Corona-Pandemie herrschen monatelange Wartezeiten auf OP-Termine in Linzer Krankenhäusern, wenn man nicht zusatzversichert ist. Im KUK fehlen bereits jetzt etwa 20 Anästhesisten, um nur ein Beispiel zu nennen. Auch im Pflegebereich suchen wir seit Jahren händeringend nach Fachkräften, sodass sogar teilweise Betten leer bleiben müssen. Dazu kommt, dass die neuen Regeln auch für bestehendes Personal und sogar für freiwillige Sanitäter gelten soll. Durch den angekündigten Impfzwang wird sich der Personalengpass zweifelsohne noch weiter erhöhen, dabei bräuchte es gerade jetzt Anreize, diese Berufe zu erlernen und auszuüben. So wird der Kollaps des Gesundheitssystems endgültig eingeleitet.“ 

Der Linzer Gesundheitsstadtrat sieht auch die Impfung von Kindern mit einem dafür nicht zugelassenen Impfstoff äußerst skeptisch: „Es wird gute Gründe geben, warum die bekannten Covid-Vakazine nicht für Kinder unter zwölf Jahren zugelassen sind.“ Verwundert zeigt sich Raml über die jüngsten einschlägigen Forderungen von Bürgermeister Klaus Luger, der im Wahlkampf noch vorgab, gegen eine Impfpflicht einzutreten und von gegenteiligen Schlagzeilen nichts mehr wissen wollte. „Nur wir Linzer Freiheitliche halten Kurs: Ja zur Freiheit und nein zur Spaltung unserer Gesellschaft! Wann immer Zwang ins Spiel kommt, werden aus Skeptikern Gegner, die sich dann aus dem Gesundheitssystem verabschieden und vollends durchs Raster fallen“, so Raml abschließend.

FP-Raml übt Kritik an Ärztekammer-Chef Szekeres

Alle am Gesundheitswesen beteiligten Berufe müssen hohe Qualitätsstandards halten – Inkaufnahme gesellschaftlicher Spaltung ist unzulässig

Der Linzer Gesundheitsstadtrat Michael Raml übt im Zuge einer offenen gesellschaftlichen Debatte zu Fehlern im Coronamangement deutliche Kritik an wesentlichen Akteuren im österreichischen Gesundheitswesen. Neben den Apotheken, die zuletzt durch Softwarefehler bei der E-Medikation und den Vertrieb von unseriösen „Wundermitteln“ für Schlagzeilen sorgten, gilt seine Kritik auch dem Chef der Ärztekammer, Dr. Thomas Szekeres. Raml wörtlich: „Corona hat viele Fragen aufgeworfen, aber auch einen veritablen Graben durch die Bevölkerung gezogen. Umso wichtiger ist es jetzt, eine ehrliche und schonungslose Diskussion darüber zu führen, wo Fehler passiert sind und wie diese beseitigt werden können. Diese Fähigkeit zur kritischen Selbstreflexion würde ich mir auch vom Präsidenten der österreichischen Ärztekammer, Dr. Thomas Szekeres, wünschen, der in den vergangenen Monaten leider ganz wesentlich zur gesellschaftlichen Spaltung beigetragen hat.“

Als Ex-Bundeskanzler Kurz sein Bestellmärchen vom russischen Impfstoff Sputnik V erzählte, sei Szekeres der Erste gewesen, der diese Aktion öffentlich beklatschte. Dass zu diesem Zeitpunkt eigentlich jedem längst klar war, dass dieser Impfstoff in der Europäischen Union vermutlich gar keine, zumindest aber keine schnelle, Zulassung bekommen würde, störte den Ärztekammerpräsidenten in seiner Beifallsbekundung offenbar aber nur wenig. Auch die Tatsache, dass Szekeres erst kürzlich eine Steuererleichterung für Geimpfte fordert, löst dem Vernehmen nach bis in die Ärzteschaft hinein absolutes Unverständnis aus. Eine Steuererleichterung für Ärztinnen und Ärzte, die während der Pandemiebekämpfung mit tausenden Überstunden an der vielzitierten epidemiologischen Front standen, wäre eine verständliche standespolitische Forderung. Alles andere ist billiger Populismus, fasst Raml zusammen. „Wenn ein Wiener AKH-Professor zu einem Zeitpunkt, zu dem 11% der Corona-Intensivpatienten doppelt geimpft waren, behauptet, dass nur ungeimpfte Personen auf der Intensivstation behandelt werden müssten, so ist er offenbar ahnungslos. Damit verunsichert er die Bevölkerung und damit schafft er auch gewiss nicht das Vertrauen, das notwendig wäre, um die Akzeptanz der Bürger für diverse Maßnahmen zu erhöhen“, so der Gesundheitsstadtrat. 

Raml abschließend: „Ich bedanke mich ausdrücklich bei den Ärztinnen und Ärzten für ihre großartigen Leistungen in der Pandemie und auch darüber hinaus. Ich bitte die Spitzen der Standesvertretung jedoch um ein höheres Maß an Sensibilität und die Rückbesinnung auf den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhalt.“