Hein/Partoll: Photovoltaik-Kraftwerke auf A7 und A1 überzeugt

Vizebürgermeister von Linz und Ansfelden setzen sich gemeinsam für die Autobahnphotovoltaik ein. Hohes Sparpotential und niedrige Flächenversiegelung überzeugen freiheitliche Politiker.

Linz und Ansfelden ziehen an einem Strang

Erst kürzlich schlug der Linzer Vizebürgermeister Markus Hein vor, ein Solarkraftwerk über der A7 Autobahn zu errichten. Angetan von dieser Idee zeigt sich auch Ansfeldens Vizebürgermeister Christian Partoll: „Auch bei uns in Ansfelden sind Ideen und Überlegungen, die Autobahn bzw. die Lärmschutzwände als Solarstromerzeuger zu nutzen, nichts Neues. Gefehlt hat es jedoch immer an einem starken Partner, der dies auch gemeinsam mit uns umsetzen kann.“ Partoll glaubt diesen nun mit Hein und der Stadt Linz samt deren Betrieben gefunden zu haben: „Die A7 grenzt beim Knoten Linz direkt an die A1 bei Ansfelden. Alleine an den neuen – bis zu 7m hohen – Lärmschutzwänden wäre hier genug Platz für Photovoltaik. Außerdem sind mit dem Neubau des Knotens Haid/Traun auch noch weitere Lärmschutzwände geplant.“

Mehr als 1000 Haushalte mit Energie versorgen!

Ansfeldner Photovoltaik-Profis- die „Solarbuddys“ berechnen Nutzen!

Jürgen Hemetsberger und Mike Mühlgrabner sind wahre Photovoltaik-Profis. Die Beiden haben sich die Mühe gemacht und den Nutzen solcher Solarpanele errechnet. So könnte man bei einer „Überdachung“ in der Länge von 1 km mehr als 254 Tonnen Co2 pro Jahr einsparen. Nicht viel weniger wäre es mit der Montage auf den Richtung Süden ausgerichteten Lärmschutzwänden.

„Es ist wichtig, Flächen wie Autobahnen für die Stationierung solcher Anlagen zu finden, um diese nicht auf der „grünen Wiese“ errichten zu müssen. Es gilt dabei jedenfalls eine weitere Bodenversiegelung zu verhindern. Entlang des Autobahnknotens Linz könnte man mit Hilfe des Landes und Bundes ein europaweit vorzeigbares Projekt entstehen lassen, dass zudem tausende Haushalte im Großraum Linz mit Sonnenstrom versorgen würde. Bei einer Energieleistung von nur drei Gigawatt pro Jahr könnten ca. 1000 durchschnittliche Drei-Personenhaushalte versorgt werden“, sind sich Hein und Partoll einig.

Autobahn besser nutzen statt Grünflächen versiegeln

Der Streckenabschnitt zwischen Linz und Ansfelden würde sich wegen der Sonnenlage sehr gut eignen. „Auf dem Weg zu erneuerbarer Energie darf es keine Tabus geben. Wir müssen hier endlich in die Gänge kommen. Bereits versiegelte Flächen wie Autobahnen müssen noch eine Zusatzfunktion erhalten, anstatt immer neue Grünflächen mit Photovoltaik zu zupflastern. Wenn wir in Linz tatsächlich die Innovationshauptstadt sein wollen, müssen wir auch bei der Energieerzeugung die Nase vorne haben“, erklärt Hein abschließend.

Hein schlägt Solarkraftwerk über A7 Autobahnabschnitt vor

Vizebürgermeister Markus Hein schlägt ein Solarkraftwerk über der A7 Autobahn vor. Der Streckenabschnitt Bindermichltunnel – Knoten A1 würde sich wegen der guten Sonnenlage sehr gut eignen. Auf dem Weg zu erneuerbarer Energie darf es keine Tabus geben. Wir müssen hier endlich in die Gänge kommen. Versiegelte Flächen wie Autobahnen würden sich für ein Solarkraftwerk besonders gut eignen und gehen nicht zu Lasten von Freizeit- und Erholungsflächen. Wenn wir tatsächlich die Innovationshauptstadt sein wollen, müssen wir auch bei der Energieerzeugung die Nase vorne haben.

Noch wird in Österreich ein erheblicher Anteil an Strom mit fossilen Brennstoffen generiert. Die Möglichkeiten, die Wasserkraft deutlich auszubauen, sind enden wollend und würden auch massive Eingriffe in die Natur bedeuten. Solarkraftwerke über Autobahnen könnten einen wesentlichen Beitrag zur umweltfreundlichen Energiewende leisten, erklärt Vizebürgermeister Markus Hein: „Wenn wir die von der Bundesregierung beschlossenen Klimaziele erreichen wollen, müssen wir auch den Strom umweltfreundlicher erzeugen. Besonders, wenn man auch in der Mobilität vermehrt auf E-Fahrzeuge setzen will.“

Das Know-How haben wir in der Stadt

Linz als Testregion hätte optimale Voraussetzungen. Wir haben einen eigenen städtischen Energielieferanten, der auch das Know-How hätte, die Industrie und die Universität. Ein Testkraftwerk über der Mühlkreisautobahn würde sich auch anbieten, weil in den nächsten Jahren der Sicherheitsausbau stattfindet. Da könnte bereits die Tragkonstruktion in der Planung und im Bau berücksichtigt werden. Besonders der Abschnitt zwischen Bindermichltunnel und Knoten A1 würde sich wegen der günstigen Lage optimal eignen. Der Abschnitt steht den ganzen Tag im Sonnenlicht und ist auch nicht durch Bewuchs oder Bauten beschattet. Dieser Autobahnabschnitt erstreckt sich über eine Länge von ca. 7 km und einer Breite von ca. 28 m. Das würde einer Fläche von ca. 200.000 m² entsprechen. „Es hat mittlerweile auch Gespräche mit dem Ansfeldner Vizebürgermeister Christian Partoll gegeben. Eine solche innovative Neuerung sehe ich als Chance zur übergreifenden Arbeit zwischen Linz und seinem Nachbarbezirk Linz-Land.“

Kosten und Leistungsfähigkeit ist abzuklären

Laut dem Fraunhofer-Institut würden waferbasierte Photovoltaik-Module eine Nennleistung zwischen 175 und 220 Watt je Quadratmeter erreichen. Zu klären wären die Kosten für so ein Kraftwerk, denn die Module müssten natürlich lichtdurchlässig sein, damit den Verkehrsteilnehmern genügend Tageslicht zur Verfügung steht. Es ist natürlich auch wichtig zu wissen, welche Strommenge damit gewonnen werden kann, erklärt Hein: „In einer Studie könnten wir viele Fragen klären. Fakt ist aber, wenn wir weniger Emissionen generieren wollen, brauchen wir auch in der Energiegewinnung neue Ideen und Konzepte“ Hein ist davon überzeugt, dass die Flächen über Autobahnen – in sonnigen Abschnitten – besser als grüne Wiesen geeignet wären. Auf Flachdächern wird die Kombination Solaranlagen und Dachbegrünungen oft kritisch gesehen. Es ist zwar machbar, aber mit größeren Wartungsaufwand und bei nicht guter Ausführung, auch weniger Effizienz verbunden.