Stumptner: Ist Linz auf dem linken Auge blind?

Gewaltverherrlichende Lieder fallen für SPÖ unter „künstlerische Freiheit“

Anlass einer Anfrage des freiheitlichen Gemeinderates Peter Stumptner im vergangenen Gemeinderat war das Bekanntwerden der Teilnahme der Gruppe „Antilopen Gang“ bei den Linzer „Bubbledays“. „Die ‚Antilopen Gang‘ ist bekannt dafür, extremistische und gewaltverherrlichende Inhalte zu verbreiten. Bei der Anfragebeantwortung ließ Bürgermeister Luger wissen, dass er nicht vorhabe, sich in Kunst und Kultur einzumischen und dass er mit dem Auftritt dieser Band kein Problem habe. Als Grund, nicht tätig zu werden, gibt Bürgermeister Luger an, dass die Band sehr sarkastisch sei und dass es zwischen geschriebenem Text und einer musikalischen Interpretation künstlerische Freiheit gäbe. Vbgm Christian Forsterleitner meinte dazu, man könne das doch nicht ernst meinen, dass die Band aus Deutschland einen Baggersee machen möchte. In einer Presseaussendung bezeichnete Bürgermeister Klaus Luger die Antilopen Gang sogar als HipHop Großmeister und findet, dass es sich um ein familienfreundliches Festival handeln würde“, berichtet Stumptner.

„Ein Auftritt einer solchen Band kann nicht als familienfreundlich bezeichnet werden. Im Gegenteil, es gilt unsere Kinder vor solchen Inhalten zu schützen! Das Abspielen eines Liedes dieser Band im Sitzungssaal sollte vermutlich die Gruppe als harmlos darstellen, diese Aktion war jedoch dem Hause mehr als unwürdig“, entgegnet Stumptner.

Dass sich ein Bandmitglied als linksradikal bezeichnet, wurde ignoriert. „Radikalismus ist bekanntlich der kleine Bruder von Extremismus. Linker Radikalismus wird, wie es den Anschein macht, verniedlicht und verfassungsfeindliche Tendenzen scheinen nicht ernst genug genommen zu werden“, gibt Stumptner zu bedenken und führt weiter aus: „Die radikalen Liedtexte mit dem Argument der künstlerischen Freiheit zu bewerten und diese somit salonfähig zu machen, sollte eigentlich eine Grundsatzdiskussion über Kunst und Kultur auslösen. Wieviel darf sich Kunst eigentlich erlauben? Hier wurde eine rote Linie überschritten. Kunst darf nicht dazu dienen, derartige Botschaften zu verbreiten. Wobei klar festzuhalten ist, dass es sich hierbei in keinster Weise um eine Forderung nach Zensur oder Beschneidung der künstlerischen Freiheit handelt, dennoch sind auch der künstlerischen Freiheit im Sinne unseres Rechtsstaates Grenzen gesetzt.“

„Für uns Freiheitliche stellen Auftritte derartiger Bands, welche Extremismus eine Bühne bieten, jedenfalls ein Problem dar. Linz, besonders als Friedensstadt, wäre gut beraten, sich davon ausdrücklich zu distanzieren und dies durch die Streichung der Förderung für die Veranstaltung sichtbar zu machen. Oder ist die Stadt auf dem linken Auge blind? Im Verfassungsschutzbericht 2015 wurde festgehalten, dass ausländische Linksextremisten in Österreich, bedingt durch das Fehlen von relevanten Veranstaltungen und die organisatorische Schwäche der österreichischen Szene, eher selten in Erscheinung treten würden. Sollten Veranstaltungen, die die Stadt Linz unterstützt, eine gegenteilige Entwicklung bewirken, so kann das nicht im Sinne der Stadt und auch der Republik sein“, mahnt Stumptner ein fehlendes Problembewusstsein ein.