Raml zu Linzer TU-Plänen: „Anspruch und Wirklichkeit werden weit auseinanderliegen“

Angekündigtes Jahresbudget von 150 Millionen Euro deutlich zu gering – Medizin und Technik als kombiniertes Zukunftsmodell

Der Linzer Gesundheitsstadtrat Michael Raml reagiert skeptisch auf die Ankündigung der Bundesregierung, eine Technische Universität in Linz anzusiedeln: „Grundsätzlich sind Investitionen in die universitäre Bildung, Forschung und Lehre sowie den Hochschulstandort Oberösterreich als Ganzes natürlich zu begrüßen. Man muss dabei aber mit Vernunft und Weitblick vorgehen. Die angekündigten 150 Millionen Euro Jahresbudget wären deutlich zu wenig, um im internationalen Vergleich bestehen oder gar eine Vorreiterrolle einnehmen zu können. Technische Top-Universitäten wie die TU München oder die RWTH Aachen haben pro Jahr eine Milliarde Euro und mehr zur Verfügung.“

Kombination von Medizin und Technik als mögliches Alleinstellungsmerkmal

Raml mahnt, dass das jetzige Szenario frappierende Ähnlichkeit mit der Gründung der Medizinischen Fakultät habe. Auch damals sei mit großem Getöse ein ganz großer Wurf für Linz als Medizinstandort angekündigt worden, mittlerweile aber verließen Fachkräfte scharenweise das Universitätsklinikum. Es gälte daher, zuerst einmal hier die Hausaufgaben zu erledigen, um Probleme nicht zu reproduzieren. „Ich hielte es klüger, mit den nun offenbar frei gewordenen monetären Mitteln für eine TU Linz zuerst einmal die Probleme rund um die medizinische Fakultät der JKU Linz bzw. des Kepler Universitätsklinikums zu lösen. Als Gesundheitsstadtrat höre ich laufend berechtigte Ängste und Sorgen der Linzerinnen und Linzer in Zusammenhang mit der medizinischen Versorgung in unserer Stadt. Viele müssen monatelang auf einen OP-Termin warten oder finden bereits keinen Hausarzt mehr.“ Raml abschließend: „Ich sehe durchaus das Potential, eine Technische Universität Linz auf lange Sicht eng mit der medizinischen Fakultät zu verknüpfen, um als Standort Linz etwa akademische Exzellenz und Pionierarbeit in der Medizintechnik zu bieten. Für eine internationale Top-Positionierung und ein echtes Alleinstellungsmerkmal braucht es aber eine langfristige Strategie und die ist bis jetzt nicht erkennbar.“