Raml zu KUK-Verwechslung: Unnötige Fehlerquellen vermeiden – hausinterne pathologische Infrastruktur ‚Made in Linz‘ notwendig

Nach der fatalen Verwechslung im Linzer Kepler Universitätsklinikum, die zur Entfernung der Prostata eines gesunden Mannes geführt hat, fordert der Linzer Gesundheitsstadtrat Michael Raml die Wiederherstellung einer intakten pathologischen Abteilung, um solche Fehler künftig besser vermeiden zu können: „Offenbar gibt es im KUK seit mehreren Jahren im Bereich der Pathologie eine Fehlentwicklung mit dramatischem Ausgang. Zahlreiche Abgänge von Ärzten dürften die Situation weiter verschlimmert haben. Bis vor einigen Jahren gab es im damaligen AKh nämlich noch eine international renommierte Pathologie mit eigenem Labor. Leider muss mittlerweile auf externe zurückgegriffen werden. In den letzten Jahren wurden unzählige histologische Proben und Gewebeschnitte an in- und ausländische Patho-Institute versandt, was natürlich auch extreme Kosten verursacht hat. Das birgt, wie der aktuelle Fall klar zeigt, auch Gefahren. Jeder zusätzliche Arbeitsschritt und Transport ist eine potentielle Fehlerquelle.“ Für den Gesundheitsstadtrat ist klar: „Das Kepler Universitätsklinikum muss wieder über eine intakte und vollständige medizinische Infrastruktur verfügen. Da gehört eine pathologische Abteilung dazu. Die Linzerinnen und Linzer dürfen nicht die Leidtragenden von spitals-internen Entwicklungen sein. Sie haben die bestmögliche medizinische Versorgung ‚Made in Linz‘ verdient.“

Risikoreiches Zurückgreifen auf externe Pathologie im Ausland

„Sobald Gewebsproben einmal das Haus verlassen, ergeben sich Risiken. Im aktuellen Fall wurden die Prostata-Gewebsproben zur Untersuchung in die über 300 Kilometer entfernte Stadt Erlangen in Deutschland versendet, wo mutmaßlich auch die Verwechslung passiert ist. Ich halte es nicht für zielführend oder sinnvoll eine eigene Pathologie einzusparen und damit gleichzeitig Sicherheitsrisiken auf dem Rücken der Patienten einzugehen“, so Raml abschließend.