Raml: Linz braucht euch Jungmediziner!

Gesundheitsstadtrat Michael Raml: „Linz kämpft an verschiedenen Stellen mit dem zunehmenden Ärztemangel. Am kommenden Mittwoch versuchen in Linz 2.223 Bewerber einen von insgesamt 240 Medizin-Studienplätzen zu ergattern. Von den Medizin-Absolventen an österreichischen Unis wandern aber rund 40% ins Ausland ab. So können wir unseren Ärztemangel nicht wirksam bekämpfen. Wir brauchen mehr Studienplätze für Österreicher, statt Quoten, die langfristig unser Gesundheitssystem bedrohen.“

„Ich wünsche allen Teilnehmern des Aufnahmetests für das Medizin-Studium viel Erfolg“, schickt der Linzer Gesundheitsstadtrat Michael Raml seine guten Wünsche für den am Mittwoch stattfindenden Medizin-Aufnahmetest voraus. Fast 18.000 Studieninteressierte versuchen dabei österreichweit ihr Glück. Für die 2.223 Bewerber in Linz stehen aber nur 240 freie Plätze an der Medizin-Fakultät der Uni Linz zur Verfügung. „Es ist sehr wichtig, dass unser Gesundheitssystem auch von den ausgebildeten Jungmedizinern profitiert. Der Ärztemangel schreitet österreichweit und auch in unserer Heimatstadt bedrohend voran. Gleichzeitig wandern aber 4 von 10 Medizin-Absolventen ins Ausland ab. Das passt nicht zusammen. So kann das österreichische Gesundheitssystem nicht lange erhalten bleiben. Wir müssen dafür sorgen, dass in Österreich ausgebildete Mediziner auch in Österreich bleiben und für die Gesundheit der Menschen arbeiten. Deshalb brauchen wir mehr Studienplätze für österreichische Medizin-Studenten“, fordert der Gesundheitsstadtrat.

Quotenregelung erschwert Kampf gegen Ärztemangel deutlich

Die für die Aufnahme zum Medizin-Studium angewandte Quotenregelung verhindert ein effizientes Bekämpfen des heimischen Ärztemangels und sorgt für teils absurde Ergebnisse: „Allein 20% aller österreichischen Medizin-Studienplätze müssen an EU-Ausländer vergeben werden. Das machen sich bekanntlich viele Studienanwärter aus Deutschland zu Nutze. Diese erhalten eine vom österreichischen Steuerzahler finanzierte medizinische Ausbildung und wenden diese nach dem Studium oftmals lediglich zurück in ihrer Heimat an“, zeigt Raml auf und erinnert: „Darüber hinaus müssen 5% der Plätze an nicht-EU-Bürger vergeben werden. Ein Rechnungshofbericht zur Ärzteausbildung zeigte letztes Jahr Schockierendes auf: beim Aufnahmetest für das Medizin-Studium muss jeder österreichische Bewerber mindestens 75 Prozent der Gesamtpunkte erreichen. Bei nicht-EU-Ausländern reichte es, dank der Quote, in einigen Fällen, wenn sie nur 20 Prozent der Testfragen richtig hatten, also ein Fünftel. Rein statistisch ist das bei einem Multiple Choice-Test automatisch erfüllt. Das ist unfair gegenüber allen österreichischen Medizin-Studenten und absolut absurd!“