Linzer Gesundheitsstadtrat Raml ortet besorgniserregende Entwicklungen bei Apotheken

Kammerpräsidentin Mursch-Edlmayr empfahl „Fakemedizin“ – Falsche Rezeptangaben gefährden Patientenwohl 

„In den letzten Monaten nehme ich als Gesundheitsstadtrat besorgniserregende Entwicklungen rund um die heimischen Apotheken wahr. Dies betrifft österreichweit Meldungen über unwirksame und teils absurde Mittelchen, die mit Bezug auf Corona und andere Krankheiten in Apotheken angepriesen und verkauft werden. Auch die Apotheke der Kammerpräsidentin Ulrike Mursch-Edlmayr reiht sich in diesen fragwürdigen Reigen ein, indem sie zur Nachsorge bei Impfungen ‚quantenphysikalisch informierte Salzlösungen‘ empfiehlt.“, fasst der Linzer Gesundheitsstadtrat Michael Raml zusammen. Gerade in Zeiten der Gesundheitskrise, in der in der Bevölkerung teils Verunsicherung rund um Impfungen herrsche, müssten alle am Gesundheitssystem Beteiligten für Wissenschaftlichkeit eintreten. „Die Bewerbung von angeblichen Wundermitteln durch Apotheken, die keiner seriösen Prüfung standhalten, ist da kontraproduktiv“, mahnt Raml.

Auch die Pannenserie rund um falsche Rezeptangaben durch Softwarepannen „stimme einen nachdenklich“, fährt der Gesundheitsstadtrat fort. Zuletzt wurde bekannt, dass es durch eine Softwarefehler bei der E-Medikation als Teil der Gesundheitsakte ELGA zu falschen Einnahmeempfehlungen auf Rezepten gekommen sei, was monatelang unbemerkt blieb. Raml dazu: „Die Apothekerkammer ist aufgerufen, dafür zu sorgen, dass derlei Fehler künftig unterbleiben. Falsche Dosierungsangaben können eine große Gefahr für Patienten darstellen und daher sollte man dieses Thema nicht auf die leichte Schulter nehmen.“ Um mögliche Fehlerquellen zu reduzieren und die Gesundheitsversorgung patientenfreundlicher zu gestalten, spricht sich Raml auch für die Wiedereinführung von Hausapotheken aus, bei denen der Arzt die gängigsten Medikamente direkt in der Praxis ausgeben können soll.