Hein überzeugt: Mehrwert der Lentos-Subvention ist nicht darstellbar

Beim Lentos braucht es Umdenken oder Umnutzung

Der Vorschlag zur Errichtung eines Casinos im Lentos mag einige empörte Reaktionen provoziert haben. Was aber der eigentliche Aufreger in diesem Zusammenhang sein sollte, ist die jahrzehntelange Maßlosigkeit im Linzer Kulturbetrieb. Der Zuschussbedarf des Lentos beträgt fast 4 Millionen Euro jährlich. Dieser Finanzbedarf wird neuerdings zur Gänze von der Stadt abgedeckt. Bei lediglich 50.000 Lentosbesuchern jährlich, entspricht das einem Zuschuss von 80 Euro pro Eintrittskarte. „Wir müssen der Wahrheit ins Auge sehen. Das Lentos ist mit seinem Angebot nicht attraktiv genug. Warum Linz sich diese unverhältnismäßig hohen Ausgaben leisten soll, kann weder Bürgermeister Klaus Luger noch Kulturstadträtin Doris Lang-Mayrhofer schlüssig erklären. Ein Mehrwert des Lentos, der diesen Zuschuss rechtfertigen würde, ist nicht darstellbar“, erklärt der freiheitliche Vizebürgermeister Markus Hein.

Wer behauptet, das Lentos sei „international beliebt“, irrt. Die Besucherzahlen bestätigen vielmehr, dass das Lentos weder ein interessantes Ziel für Einheimische noch für internationale Kulturgäste ist. „Im internationalen Kulturtourismus ist Österreich wegen gänzlich anderer Attraktionen bekannt und beliebt. Fast eine Million jährliche Nächtigungen in Linz stehen lediglich 50.000 Besuchern gegenüber. Die Lentos-Empörer müssen sich deshalb die überspitzte Frage gefallen lassen: Wie wenig Besucher hätte diese Kultureinrichtung erst, wäre sie international nicht ‚so beliebt‘?“, führt Hein weiter aus.

„Allen Linzer Stadtsenatsparteien ist klar, dass die Finanzsituation sehr stark angespannt ist. Echte Einsparungen wollen Rot, Schwarz und Grün trotzdem nicht vornehmen. Die Subvention von unattraktiven Kulturbetrieben ist keine wesentliche Aufgabe der Daseinsvorsorge. Statt sich über alternative Nutzungsvorschläge zu empören, wäre es an der Zeit, dass sich die Empörer Gedanken machen, wie man das Lentos-Angebot attraktivieren kann, um nicht mehr auf fürstliche Spenden der Linz AG und Subventionen der Stadt angewiesen zu sein. Auf Dauer wird sich die Stadt diesen kulturpolitischen Irrweg nicht leisten können. Mit den hierfür gebundenen Mitteln, die derzeit an das Lentos fließen, könnte jenen Linzerinnen und Linzern, die tatsächlich Unterstützung brauchen, jedenfalls besser geholfen werden.“