Genaue, transparente Aufklärung statt „Hüftschuss“ gefragt

DSC_8683„Angesichts der Tatsache, dass die Eisenbahnbrücke nach Feststellung des Bundesdenkmalamtes nicht mehr zu retten ist, will die ÖVP nun scheinbar Licht auf jahrelange Versäumnisse der ÖBB, Bundes-, Landes- und Stadtpolitik werfen – und sich dabei wahrscheinlich selbst ‚abputzen‘. Für Aufklärung und Transparenz sind wir zu haben – aber ohne Wahltheater im Vorfeld des Urnengangs im September“, betont FPÖ-Fraktionsobmann Markus Hein. „Deshalb sehen wir zunächst nicht ‚medienwirksam‘ Gerichte, sondern die zuständigen politischen Gremien gefordert. Immerhin geht es um ein Kultur-Denkmal und viele Millionen Euro, die wir uns vielleicht sparen hätten können.“

Panische Hüftschüsse, die das Ergebnis einer genauen Analyse vorweg nehmen, sind, so Hein, genauso abzulehnen wie langjährige Untätigkeit: „Tatsache ist, dass verschiedene Parteien in den letzten Jahren und Jahrzehnten mehr oder minder mitverantwortlich waren. Neben den – womöglich berechtigten – schwarzen Angriffen auf Teile der SPÖ sitzt die Volkspartei selbst als Einzige ununterbrochen seit über zwei Jahrzehnten in der Bundesregierung. Für ein Kulturgut wie die Eisenbahnbrücke hätte sich auch der Linzer Kulturausschuss einsetzen können. Die ÖBB-Führung war früher unterschiedlich parteipolitisch gefärbt und die Grünen hatten bis 2009 das Verkehrsressort in Linz inne. Soweit die klaren Fakten!“

„Wenn die ÖVP heute will, dass nach ‚A‘ auch ‚B‘ gesagt wird, sind ebenso ‚C‘ und alle anderen Buchstaben gefragt: Auf den ersten Blick sind alle Parteien mehr oder minder mitverantwortlich, dass die Brücke nicht (rechtzeitig) gerettet wurde. Genaueres könnten nur detaillierte Anfragen oder ein entsprechender Untersuchungs-Ausschuss klären“, unterstreicht Hein. „Für eine Vorsitzführung stehe ich als nicht direkt Betroffener – da die Grünen schon mit dem Swap-Ausschuss mehr als ausgelastet scheinen – zur Verfügung.“