Hein: Linzspezifischer Teil des Mobilitätsleitbildes wird nun ausgearbeitet

Vergabe für Teil 2 des Mobilitätsleitbildes soll im kommenden Stadtsenat beschlossen werden

„Im Zeitraum 2017 bis Herbst 2018 wurde im Auftrag des Landes Oberösterreich und der Stadt Linz ein gemeinsames Mobilitätsleitbild für die Region Linz erarbeitet und auf Regierungsebene bzw. im Gemeinderat beschlossen. Für die Stadt Linz stellt das Mobilitätsleitbild den ersten Teil eines neuen Verkehrskonzeptes dar. Darauf aufbauend sollen im 2. Teil des Verkehrskonzeptes Ziele und Schwerpunkte ergänzt werden, die im Mobilitätsleitbild – weil sie die Stadt alleine betreffen – noch nicht enthalten sind (z. B. ruhender Verkehr) und das Maßnahmenprogramm konkretisiert werden“, berichtet der zuständige Stadtrat Markus Hein: „Die Erarbeitung eines modernen urbanen Maßnahmenprogramms soll unter Einbeziehung aller relevanten Handlungsträger (z.B. Linz AG Linien, städtische Verkehrsplanung, Oberösterreichischer Verkehrsverbund) und externer Interessenorganisationen entwickelt werden.“

Ausgehend vom Mobilitätsleitbild für die Stadtregion Linz werden die mobilitätspolitischen Ziele dort, wo dies erforderlich ist, genauer definiert und präzisiert. Das betrifft u. a.

  • Ziele zum künftigen Mobilitätsverhalten (z. B. Modal Split)
  • Ziele zum Mobilitätsangebot (z. B. ÖV-Erschließungsqualität, Angebotsqualität im Ruhenden Verkehr, Radverkehr, etc.)
  • Ziele zur Verkehrssicherheit

Im städtischen Maßnahmenprogramm werden vorrangig folgende Themen behandelt:

  • Aktive Mobilität (Fußgängerverkehr, Radverkehr, …)
  • Öffentlicher Verkehr:  dazu zählen u.a. die Konkretisierung von Nahverkehrsknoten, Buslinienkonzept, Busspurenkonzept, Standort und Linienführung internationaler und überregionaler Buslinien, alternative Mobilitätsformen wie Seilbahnen
  • Motorisierter Individualverkehr: langfristige Perspektiven des hochrangigen Straßennetzes
  • Ruhender Verkehr innerhalb und außerhalb des Straßenraums: Parkraumbewirtschaftung, Stellplatzverpflichtung
  • Kombinierter Verkehr, multimodaler Verkehr: Park&Ride, Bike&Ride, Mobilitätsknotenpunkte (TIM)
  • Neben der Entwicklung der Maßnahmen für die einzelnen Verkehrsarten werden Maßnahmen für Querschnittsthemen ausgearbeitet, die verkehrsmittelübergreifend geplant werden müssen. Dazu zählen:
  • Öffentlicher Raum, z. B. Fußgänger- und Begegnungszonen
  • Verkehrsinformationssysteme
  • Kreuzungen, z. B. ÖV-Beschleunigung, Radverkehr, Vorrangregeln
  • Sharing-Systeme: stationäre und flexible Formen
  • Wirtschafts- und Güterverkehr: innerstädtische Logistik, Ladetätigkeit, etc.
  • Neue Technologien: Elektrofahrzeuge, autonomes Fahren, etc.
  • Neugestaltung von, durch Ausbau des hochrangigen Straßennetzes, entlasteten Straßenräumen inkl. flankierender Maßnahmen im nicht hochrangigen Straßennetz

„Das mit dem Land Oberösterreich gemeinsam erstellte Mobilitätsleitbild ‚Kum Steig Um‘ war in der oberösterreichischen Verkehrspolitik ein Meilenstein. Erstmals wurde aufgezeigt, dass die Linzer Verkehrsthematik ein Problem des gesamten Zentralraums und nicht der Stadt Linz alleine ist. Linz kann aus eigener Kraft mangels Möglichkeiten und Zuständigkeiten den Stau und die Luftproblematik nicht entsprechend abmildern. Täglich queren von außen über 300.000 Kraftfahrzeuge die städtische Grenze. „Der zweite Teil des Mobilitätsbildes wird sich auf städtische Maßnahmen konzentrieren, die im Einklang mit ‚Kum Steig Um‘ stehen“, erklärt Hein: „Wir müssen gemeinsam alle vorgeschlagenen Maßnahmen Schritt für Schritt realisieren, damit wird nicht nur die Stauproblematik, sondern auch die Luftproblematik in Linz nachhaltig lösen. Wir brauchen keine weiteren Maßnahmen neu zu erfinden, die Lösung liegt mit ‚Kum Steig Um‘ auf dem Tisch. Es muss nun mit der raschen Umsetzung begonnen werden!“