Hein fordert: Bildungschaos vermeiden – Schulen müssen offen bleiben

Städtische Kinderbetreuung muss garantiert bleiben, Bildungsscheck für Nachhilfe

Es hat den Anschein, wenn man die mediale Diskussion verfolgt, dass die Vorzeichen der Bundesregierung eindeutig in Richtung Schulschließung gehen. Die bisherigen Maßnahmen scheinen nicht greifen zu wollen. Ein Strategiewechsel im Kampf gegen Corona ist in weiter Ferne. Gesundheitsminister Anschober will auf drastischere Maßnahmen, die zu Lasten der Bildung und des Arbeitsmarktes gehen, zurückgreifen: „In vielen Bereichen der Grundversorgung arbeiten tausende Menschen. Wenn nun die Schulen geschlossen werden, wer übernimmt die Kinderbetreuung? Ich bin davon überzeugt, dass unseren Kindern in den letzten Monaten schon viel zu viel abgerungen wurde. Ich fordere, Schulen müssen offen bleiben.“

Homeschooling oder ‚Distance Learning‘ sind kein adäquater Ersatz für einen Unterricht. Vor allem sozial schwache Familien, die sich keine Nachhilfe leisten und selbst auch den Lehrinhalt ihren Kindern nicht vermitteln können, kommen unter die Räder, wenn ihnen nicht geholfen wird. Daher fordert Hein, dass sozial schwache Familien einen Bildungsscheck erhalten sollen, mit dem sie sich die Nachhilfe für ihre Kinder leisten können, um die bereits angehäuften Defizite aus dem ersten Lockdown zu beseitigen. „Der erste Schul-Lockdown ist noch lange nicht verkraftet. Für die Kinder waren das verlorene Monate, denn nachhaltig gelehrt wurde relativ wenig – Wissenslücken blieben zurück. Wenn das Lehren an Schulen per staatlicher Verordnung verhindert wird, muss Familien geholfen werden.“

Aber auch die Stadt Linz muss sich unbedingt für den Fall der Fälle vorbereiten. Aus der Erfahrung wissen wir, dass COVID-Einschränkungen durch die Bundesregierung leider meist sehr kurzfristig bekannt gegeben werden: „Wir sollten uns auf diesen Fall vorbereiten. Wenn nun tatsächlich die Schulen geschlossen werden, müssen wir die Kinderbetreuung, und zwar auch für jene Linzer Kinder, die zurzeit keine städtische Kinderbetreuung in Anspruch nehmen, gewährleisten. Es wäre unzumutbar von Familien, in denen beide Elternteile berufstätig sind, oder auch von Alleinerziehenden wieder zu fordern, dass sie Beruf, Homeschooling und Kinderbetreuung unter einen Hut bringen müssen.“