Gesundheitsstadtrat Raml: Mehr Flexibilität bei Nachbesetzung offener Kassenarztstellen

Linzer Med-Uni kann in Zukunft spürbare Entlastung bringen

Unterstützung für den Vorschlag von FP-Klubchef Herwig Mahr, dass Träger öffentlicher Krankenanstalten längerfristig unbesetzte Kassenarztverträge übernehmen dürfen, kommt vom Linzer Gesundheitsstadtrat Michael Raml. Die Idee dahinter: Die Spitalsträger sollen für den Betrieb sowie die Infrastruktur sorgen und stellen Ärzte bei sich an. Raml begründet seine Unterstützung mit der angespannten ärztlichen Situation in der Landeshauptstadt: „In Linz sind derzeit im Bereich der Allgemeinmedizin leider insgesamt zehn Vertragsarztstellen unbesetzt. Von diesen zehn offenen Stellen kann voraussichtlich ab Oktober nur eine im Franckviertel wieder besetzt werden. Das zeigt klar auf, dass sich das Interesse der Ärzte leider für längere Zeit in Grenzen hält. Wir müssen daher generell über flexiblere Varianten ohne Scheuklappen diskutieren!“ Eine Entlastung für Oberösterreich erwartet sich der freiheitliche Gesundheitsstadtrat durch Absolventen der Linzer Med-Uni, die im Herbst 2014 ihren Betrieb aufgenommen hat. „Wenn jemand in unserer Stadt studiert und die hohe Lebensqualität schätzen lernt, können wir ihn sicherlich leichter bei uns halten, als wenn wir ihn aus Wien oder sonst wo ‚zurückholen‘ müssen.“

Raml verweist darauf, dass der Ärztemangel kein Linz-spezifisches Problem ist: „In ganz Österreich suchen Gemeinden und Länder nach Medizinern in verschiedenen Sparten!“ Die Situation an den Medizin-Unis macht es nicht leichter. „Ich gebe zu bedenken, dass aufgrund der EU 25 Prozent der Studienplätze für Ausländer reserviert sind. Wir müssen davon ausgehen, dass diese zum Großteil nach dem absolvierten Studium wieder in ihr Heimatland zurückgehen. Insgesamt wandern unglaubliche 40 Prozent der Mediziner nach ihrer Ausbildung in das Ausland ab. Wir bilden also vier von zehn Ärzten auf unsere Kosten aus und haben nichts davon. Das kann es nicht sein! Eine Lösung könnte sein, dass in Österreich ausgebildete Ärzte verpflichtet sind, einen Zeitraum hier versorgungswirksam tätig zu sein. Die kommende Bundesregierung muss sich diesbezüglich etwas überlegen, sonst wird das ein Fass ohne Boden auf Kosten der Steuerzahler.“