Gabriel zu Bettlerlager: Alle müssen an einem Strang ziehen, um illegalen Zustand zu beseitigen

Sozialressort versucht sich aus der Verantwortung zu stehlen und streitet aus unerklärbaren Gründen die Teilzuständigkeit ab

Vor beinahe einem Monat hat der Obmann des Eisenbahner- Kleingartenvereins die Kronen Zeitung auf die unerträglichen Zustände im Zusammenhang mit den illegalen Bettlerlagern auf Linzer Stadtgebiet aufmerksam gemacht, die daraufhin auch über dieses Thema berichtete. Das langjährige SPÖ-Mitglied, seit 35 Jahren, hatte dabei die Situation auf den Punkt gebracht: „An zehn Stellen schlagen sie immer wieder Zelte auf. Wird ein Lager geräumt, entstehen wenige Meter weiter zwei neue. Sie lassen Schlachtfelder zurück.“ Die Reporterin sprach bei ihrer Besichtigung der Bettlerlager von „beißendem Gestank“.

„Außer dem Abstreiten der Zuständigkeit seitens der Sozialstadträtin Karin Hörzing sind seit diesem Hilfeschrei des Vereinsobmanns keine Reaktionen beziehungsweise konstruktive Lösungsvorschläge von anderen zuständigen Ressorts und Beteiligten geäußert geworden. Dies wäre aber notwendig um eine ganzheitliche, nachhaltige Verbesserung der mittlerweile unerträglichen Situation ermöglichen zu können. Es wird nicht einmal Gesprächsbereitschaft signalisiert“, ist der freiheitliche Gemeinderat Manfred Gabriel entsetzt und führt weiter aus: „Wenn Bettler in größeren Gruppen regelmäßig in unsere Stadt kommen und an uneinsichtigen Stellen Zeltlager errichten, dann muss uns allen diese Entwicklung zu denken geben. Bettelei ist offensichtlich ein Geschäftsmodell geworden und wir sehen dabei zu wie Hintermänner arme Menschen ausnutzen und mit unserer naiven Großzügigkeit ein Geschäft machen.“

„Der Erhebungsdienst der Stadt Linz, unter dem Ressortverantwortlichen Vbgm Detlef Wimmer, und die Polizei leisten hervorragende Arbeit, doch ohne Unterstützung der übrigen Zuständigen, gleicht diese einer Sisyphusaufgabe. Die Grundstücke, auf denen sich Bettler im Dickicht niederlassen und verstecken, sind häufig im Besitz der Asfinag und der ÖBB. Ein Auslichten des Dickichts im Auftrag der betreffenden Eigentümer wäre beispielsweise eine sinnvolle Maßnahme, die die Arbeit der Polizei und des Erhebungsdienstes erleichtern würde. Es ist höchste Zeit, dass alle Zuständigen der Stadt Linz, im Besonderen das Sozialressort, die Asfinag, die ÖBB und auch die Hilfsorganisationen an einem Strang ziehen, um diesen illegalen Zustand dauerhaft und nachhaltig zu beseitigen“, fordert Gabriel.