FPÖ-Vorschläge werden von Watzl zugleich beschimpft und übernommen.

dewiAuf geradezu haarsträubende Weise versucht die Linzer ÖVP seit einigen Wochen, den Freiheitlichen die Themenführerschaft im Sicherheitsbereich streitig zu machen. Mit frei erfundenen Schließungsplänen für Polizeiwachzimmer, die – wenn überhaupt – nur von der ÖVP-Innenministerin durchgeführt werden könnten, beunruhigt Watzl die Bevölkerung. Alle „neuen“ ÖVP-Forderungen, von der Stadtwache bis hin zur Videoüberwachung gefährlicher Plätze, sind in den letzten sechs Jahren schon von der FPÖ vorgebracht worden. „Früher war die ÖVP gegen unsere Vorschläge“, erinnerte sich dazu FPÖ-Bezirksparteiobmann Mag. Detlef Wimmer. „Jetzt liegen ihr offenbar neue Umfragedaten vor – in Anbetracht der kommenden Wahl hat Watzl seine Meinung völlig geändert. Anscheinend will die ÖVP ganz Linz für dumm verkaufen.“

Mittlerweile wurde die ÖVP schon von mehreren Journalisten mit dem Vorwurf konfrontiert, FPÖ-Forderungen zu kopieren. Den letzten Beweis für seine Abgehobenheit liefert ÖVP-Chef Watzl mit seiner jüngsten Reaktion: Heute wird er mit den Worten „Das, was die FPÖ sagt, nimmt sowieso niemand ernst“ zitiert. Wimmer bemerkte zu dieser äußerst peinlichen Entgleisung: „Offenbar leidet die ÖVP unter Realitätsverlust. Einerseits kopiert sie nachweislich unsere Ideen, andererseits meint sie, daß diese sowieso nicht ernst zu nehmen wären. Anhand der letzten Gemeinderatsprotokolle können wir beweisen, daß die ÖVP unsere Vorschläge nicht nur ‚ernst genommen‘, sondern sogar abgekupfert hat.“

Zutreffend erkennen viele Menschen, daß die FPÖ beim Thema Sicherheit der Schmied, die ÖVP hingegen nur der „Schmiedl“ ist. „Aufgrund ständig wechselnder Meinungen nehmen viele Linzer die ÖVP nicht mehr ernst. Was Watzl heute kritisiert, lobt er morgen vielleicht schon wieder. Wenn die ÖVP heute etwas fordert, ist sie morgen womöglich dagegen“, analysierte Wimmer das schwarze „Parteiprogramm“. „Wenn der ÖVP-Wahlkampf nicht so viel Steuergeld verschwenden und die Bürger in die Irre führen würde, dann wäre er wenigstens humoristisch wertvoll. Wir Freiheitliche werden uns mit einem wichtigen Thema wie der Sicherheit keine schlechten Scherze auf Kosten der Allgemeinheit erlauben. Nur wir fordern ein umfassendes Sicherheitspaket in der Verantwortung eines eigenen Sicherheitsstadtrates.“