Hein: Hochhäuser in Linz – 10-Punkte-Programm verhindert sogenannten Wildwuchs

Bautätigkeiten am Areal der ehemaligen Bruckner Universität löst neue Hochhausdiskussion aus

Die Errichtung neuer Hochhäusern wird in Linz oft sehr kontrovers diskutiert und ist beinahe zu einer Glaubensfrage geworden. Oftmals wird von Hochhausgegner der Vorwurf, Linz agiere in Hochausfragen willkürlich und ohne Plan, in den Raum gestellt. Dabei wird gerne außer Acht gelassen, dass in Linz (ähnlich wie in vielen anderen Städten, die einen diskursiven Weg in der Stadtplanung gehen) jedes Hochhausprojekt mit dem „Linzer 10-Punkte-Programm für Hochhäuser“, einen sehr aufwändigen Prozess durchlaufen muss. „Damit ein Hochhaus in Linz, von der Idee bis zum Vorliegen aller notwendigen Bewilligungen, verwirklicht werden kann, vergehen daher auch mehrere Jahre“, erklärt der freiheitliche Infrastrukturstadtrat Markus Hein.

Im Linzer 10-Punkte-Programm für Hochhäuser werden alle relevanten städtebaulichen Fragen eingehend behandelt – auch die immer diskutierte Standortfrage ist ein wesentlicher Teil dieses Programms. „Der Projektwerber muss jeden einzelnen Punkt abarbeiten. Die Ergebnisse werden im Anschluss durch die Stadtplanung vertiefend geprüft. Damit die architektonische Qualität eines Projekts gewährleistet wird, muss es positiv den Beirat für Stadtgestaltung durchlaufen. Alternativ kann jedoch auch ein mit der Stadt Linz abgestimmter Realisierungswettbewerb durchgeführt werden. Dieser Entwicklungsprozess garantiert, dass in Linz kein sogenannter „Hochhauswildwuchs“ entstehen kann. Anhand der bereits realisierten Projekte ist auch ersichtlich, welche Standorte für Hochhäuser bevorzugt in Frage kommen. So findet man vorwiegend Hochhäuser – z. B. im zentralen Bereichen wie im Bahnhofsviertel oder im südliche Bereich von Urfahr (Lentia, Bruckner Tower, Sparkassen Turm) – in gruppierter Weise vor“, führt Hein weiter aus.

„Ein Hochhauskonzept, wie es oftmals von Kritikern gefordert wird, ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Die normative Vorgabe mittels Hochhauskonzept wie beispielsweise in Wien, ist keine Garantie für städtebauliche Qualität. Dies zeigt u.a. gerade das Beispiel am Heumarkt. Trotz Hochhauskonzept und Weltkulturerbe wird hier an einem sehr fragwürdigen Hochhausprojekt politisch festgehalten. Ob nun der normative (z. B. Wien) oder der diskursive (z. B. Linz) Prozess der geeignetere ist, kann nicht abschließend beantwortet werden. Beide Prozesse haben Vor- und Nachteile. Es muss aber jedem klar sein, dass schlussendlich – bei beiden Varianten – das letzte Wort immer die Politik hat“, so Hein abschließend.

Im Weiteren ein Überblick einiger anstehender Hochhausprojekte in Linz:

Brucknertowers: Bebauungsplan ist im Verfahren; GR voraussichtlich 1. März; muss dann noch zum Land zur Genehmigung, da überörtl. Interessen berührt sind; anschließend Kundmachung im Amtsblatt/Rechtswirksamkeit; Abbruch läuft zurzeit, Bauverhandlung bzw. Baubewilligung erst nach rws BPL möglich;

Weinturm: Ansuchen um BPl-Änderung gem. § 36 Oö. ROG liegt vor; Beschluss fehlt noch; Prüfungen laufen noch;

Schillerpark: Derzeit wird an einer Machbarkeitsstudie gearbeitet; Ergebnis liegt noch nicht vor; auch um Änderung des BPL wurde noch nicht angesucht;

Bulgariplatz: Baubewilligung seit 01.02.2017; Baubeginn sollte Herbst 2017 und Fertigstellung 2019 sein; Grund für Verzögerung sollen noch erforderliche technische Abklärungen sein;