Krendl: Rasche Maßnahmen gegen drohenden Ärztemangel einleiten

Gebietskrankenkasse und Ärztekammer sind gefordert zukunftsfähige Maßnahmen zu setzen

„Hausärzte sind eine tragende Säule unseres Gesundheitssystems. Doch wie lange diese noch sicher steht ist schon seit längerem zweifelhaft“, so die freiheitliche Gemeinderätin Martina Krendl bei der Linzer Budgetdebatte zum Thema Gesundheit. „67 Kassen-Praxen für Allgemeinmedizin standen in März 2017 in Österreich leer, davon 19 in Oberösterreich. Zu wenig Mediziner wollen Hausärzte werden. Da die finanziellen Anreize fehlen würden, sind Anstellungen in Krankenhäusern bevorzugt. Hier müsse man für das gleiche Gehalt kein wirtschaftliches Risiko eingehen. Im Juli 2017 wurden dazu die Ergebnisse einer Umfrage der ÖH der medizinischen Universität Innsbruck veröffentlicht, wonach nur acht Prozent der Medizinstudenten sich für eine Laufbahn in der Allgemeinmedizin interessieren“, sorgt sich die freiheitliche Gemeinderätin Martina Krendl. „Obendrauf werden Experten zufolge bis in etwa zehn Jahren nochmal 60 Prozent der Ärzte in Österreich in Pension gehen.“

„Interessant wird es auch wieder in den bevorstehenden Weihnachtsfeiertagen, denn letztes Jahr war sage und schreibe ein Arzt im hausärztlichem Notdienst unterwegs, für über 200.000 Personen, verteilt auf knapp 100 km². Man kann erahnen wie es dem Personal in den Linzer Krankenhäusern ergangen ist“, zeigt sich Krendl empört und verweist auf die gemeinsame Resolution „Ärzteengpass stoppen“ der Gemeinderatsfraktionen der SPÖ, FPÖ, ÖVP, der Grünen und der Neos die kürzlich beschlossen wurde. Dennoch ersuchte Krendl bei der Linzer Budgetdebatte nochmals die österreichische Gebietskrankenkasse in Zusammenarbeit mit der Ärztekammer Maßnahmen gegen den drohenden Ärztemangel einzuleiten.

Ebenfalls ein großes Thema sind für die freiheitliche Gemeinderätin die enormen Transferzahlungen an das Land Oberösterreich. „Bereits seit mehreren Jahren fordern wir Freiheitliche eine Neudefinition der Sprengelbeiträge. Auch eine Aufteilung der Kosten entsprechend der Herkunft der Patienten wäre denkbar, da nur etwa 30 Prozent der Patienten aus Linz kommen“, so Krendl. „Es ist verständlich, dass auch viele Nicht-Linzer die Expertise unserer städtischen Einrichtungen nutzen wollen. Dennoch ist Linz nicht für die Sanierung des Landesbudgets zuständig!“, unterstreicht Krendl.