Hein: Einige Fakten zu altbekannten „Problemstellen“ im Linzer Radwegnetz

Unser Radnetz braucht den Städtevergleich nicht zu scheuen  – künstliches Schlechtreden ist kontraproduktiv

„Immer wieder geraten ausgewählte Stellen des Linzer Radwegnetzes in den medialen Blickpunkt und werden genutzt, um das Linzer Radwegnetz generell schlecht zu reden. Um mit den gängigen Vorurteile und urbanen Legenden zum Radfahren in Linz aufzuräumen, nachstehend einige Fakten“, erklärt der freiheitliche Infrastrukturstadtrat Markus Hein.

Nibelungenbrücke:

Die seit Jahrzehnten bekannte Situation für Radfahrer auf der Nibelungenbrücke könnte zwar auf der Brücke durch eine Verbreiterung oder einem Zubau verbessert werden, die eigentlichen Gefahrenstellen an den Brückenköpfen sind technisch dadurch aber leider nicht lösbar. Die vermeintlich gefährliche hohe Kante zwischen dem Radweg und der Autofahrbahn dient dem Schutz der Radfahrer. So können PKWs bzw. LKWs nicht „irrtümlich“ auf den für Fußgänger und Radfahrer vorgesehenen Bereich ausweichen.

Weiters verursacht das Alter der Brücke (Errichtung 1940) einen hohen Wartungsaufwand. Viele Modernisierungen können schon aufgrund des vorhandenen Denkmalschutzes nicht durchgeführt werden. Wenn Beschädigungen (wie wackelnde Pflastersteine) auftreten, werden diese aber umgehend repariert.

Dass Radfahrer auf der Brücke sich nicht an die StVO halten, kann durch planerische Maßnahmen ausgeschlossen werden. Für die Kontrolle der Gesetze ist die Polizei zuständig. Spätestens nach der Eröffnung der A26 Brücke wird jeweils ein Fahrstreifen für Busse und Radfahrer reserviert. Somit ersparen wir uns auch eine kostenintensive Verbreiterung, die ohnehin die Probleme an den Brückenköpfen nicht lösen kann. Abschließend zu diesem Punkt muss noch erwähnt werden, dass die Nibelungenbrücke nicht zu den Unfallhäufungsstellen zählt.

Bereits 2016 wurde eine kombinierte Geh- und Radwegverbindung im Bereich des südlichen Brückenkopfs geschaffen, welche auch eine eventuelle Anbindung des Radwegs Linz-Wilhering entsprechend berücksichtigt.

Ein weiteres wichtiges Projekt wurde (ebenfalls 2016) im Rahmen des Umbaus des bestehenden Ein-Richtungs-Radweges zu einem kombinierten Geh- und Radweg zwischen Nibelungenbrücke und Rechter Donaustraße umgesetzt.

Landstraße:

In der Landstraße werden die Fußgänger bevorzugt behandelt. Es werden deshalb keine Maßnahmen gesetzt, die die Landstraße für Radfahrer attraktiver machen würden. Zahlreiche Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern, die durch rücksichtsloses Fahren verursacht werden, belegen die Richtigkeit dieser Entscheidung. Weiters gibt es noch ein erhebliches Konfliktpotential mit der Straßenbahn, die bereits jetzt durch Radfahrer eingebremst wird. Noch mehr Radfahrer würden unser wichtigstes ÖV-Mittel deutlich unattraktiver (noch größerer Zeitverlust in der Landstraße) machen.

Urfahraner Hauptstraße:

In 30 km/h-Zonen werden in der Regel keine eigenen Radwege verordnet. Hier empfehlen die Experten – auch zur Entschleunigung des Verkehrs – dass im Mischverkehr gefahren werden soll. Dass die Verkehrsbelastung in der Hauptstraße enorm ist, ist seit vielen Jahren bekannt. Durch das Projekt „Lebensraum Hauptstraße“ arbeiten wir daran, diese Situation für Fußgänger und Radfahrer zu verbessern. Erster und wichtigster Schritt ist aber die Durchbindung der Reindlstraße. Nur mit diesem Bypass für die Hauptstraße können wir den Verkehr reduzieren und weitere Maßnahmen umsetzen.

Stolperfallen für Radfahrer:

Wenn Probleme dieser Art bekannt sind, ersuchen wir um entsprechende Mitteilung. Der einfachste Weg für Meldung ist mittels der App „Schau auf Linz“. Abnützungen und daraus resultierende Sanierungsarbeiten sind nicht außergewöhnlich. Gefahrenstellen werden durch unsere Mitarbeiter, sobald diese bekannt sind, umgehend beseitigt.

Industriezeile:

Ein Ausbau der Industriezeile ist für 2020 geplant. Bei diesem Ausbau sind auch großzügige Radwege berücksichtigt. Auch über die ehemalige Trasse der Mühlkreisbahn – in Verbindung mit den neuen Radwegen auf der Neuen Donau Brücke – wird es eine merklich bessere Anbindung für Radfahrer geben.

Waldeggstraße:

Seitens des Landes OÖ wird derzeit an einem provisorischen Radweg gearbeitet, da die endgültige Lösung, die erst mit der Errichtung des Westrings verfügbar sein wird, noch auf sich warten lässt.

Radweg von Wilhering nach Linz entlang der der B 129:

Der Radweg Wilhering/Linz blickt auf eine lange Planungsgeschichte zurück. Die Stadt muss auf Grund der budgetären Situation jedes Projekt genau bewerten und Priorisierungen vornehmen. Da für diesen Radweg ein entsprechendes Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen nicht gegeben ist, wird es in absehbarer Zeit zu keiner Realisierung kommen.