Wimmer: Ärzteengpass in den Linzer Stadtteilen stoppen

Entwicklung der hausärztlichen Grundversorgung soll analysiert werden

„Unser Gesundheitssystem steht vor großen Herausforderungen. Die Menschen werden glücklicherweise immer älter und brauchen dadurch aber auch immer mehr medizinische Betreuung. Vor allem die ärztliche Versorgung in der nahen Umgebung bleibt wichtig. Hausärztinnen und Hausärzte sind auch in Zukunft sicherlich keine Auslaufmodelle“, erklärt der Linzer Gesundheitsreferent Vbgm Detlef Wimmer. „Sie sind gemeinsam mit Angestellten im Pflegebereich und Therapeuten die erste Anlaufstelle für rund 95 Prozent der medizinischen ‘Alltagssorgen‘. Gerade zu Hausärzten entsteht oft ein besonderes Vertrauensverhältnis, das auch den Behandlungen dienlich ist.“

„Laut  Experten  droht  in  zehn bis zwölf  Jahren in Oberösterreich ein  Personalmangel, weil  rund 60 Prozent der Ärztinnen und Ärzte in Pension gehen. Diese Problematik gilt nicht nur in ländlichen Regionen, sondern nimmt auch im städtischen Raum zu, wie aktuelle Medienberichte bestätigen. Dieser Entwicklung wird zwar durch die Errichtung von Primärversorgungszentren zum Teil Rechnung getragen, diese können aber nicht den erheblichen Ausfall der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte kompensieren“, warnt Wimmer. „Linz ist in fünf Versorgungssprengel aufgeteilt. In einigen Stadtteilen dieser Sprengel drohen hausärztliche Grundversorgungsengpässe. Besorgte Anrainer schlagen Alarm und werden Unterschriften gegen die Schließung von Arztpraxen gesammelt. 500 Unterschriften aus dem Frackviertel wurden bereits übergeben.“

„Aus Sicht der Stadt Linz ist die ärztliche Versorgung der Bürgerinnen und Bürger in der gesamten Stadt wichtig. Viele, vor allem ältere Menschen, brauchen eine fußläufig unmittelbar erreichbare ärztliche Versorgung“, unterstreicht Wimmer, der in der kommenden Gemeinderatssitzung eine überparteiliche Resolution an die Oberösterreichische Gebietskrankenkasse (OÖGKK) einbringen wird. Wir ersuchen die OÖGKK in Zusammenarbeit mit der Ärztekammer die Entwicklung der hausärztlichen Grundversorgung in den kommenden zehn Jahren in den fünf Linzer Versorgungssprengeln zu analysieren und Maßnahmen gegen den drohenden Ärzteengpass einzuleiten, um die ärztliche Versorgung der Linzerinnen und Linzer in allen Stadtteilen auch in Zukunft auf hohem Niveau sicherstellen zu können.“