Walcher: Linzer Gemeinderat lehnt Beschluss über Glyphosat-Verbot und Schaffung von Nützlingsweiden ab

Lahme Ausreden von wegen „gibt es schon“ könnten zum Bumerang werden

Mit fadenscheinigen Argumenten und lahmen Ausreden wurde der freiheitliche Antrag auf Glyphosat-Verbot im Wirkungsbereich des Magistrats Linz und der Unternehmensgruppe Linz (UGL) und zur Schaffung sogenannter „Nützlingsweiden“, also insektenfreundlicher Grünflächen, abgelehnt.

„Dass es eine interne Dienstanweisung zum Verzicht auf Glyphosat im eigenen Wirkungsbereich der Stadt Linz gibt, ist schon richtig. Diese betrifft aber nicht die UGL, der immerhin die Linz AG mit Bädern, Schienenanlagen, Friedhöfen etc. angehört, die Lilo – ebenso mit Gleisanlagen, oder die GWG mit Grünflächen bei Hausanlagen. All dies ist von der internen Dienstanweisung des Magistrats nicht betroffen!“, kritisiert GR Walcher. „Außerdem muss man bedenken, dass eine interne Dienstanweisung ohne großen Aufwand rückgängig gemacht oder verändert werden kann. Dies wäre mit einem Gemeinderatsbeschluss nicht so ohne weiteres möglich!“

Aber anstatt hier endlich Nägel mit Köpfen zu machen und der vorauseilenden Ehrung durch eine Umweltorganisation einen bindenden Gemeinderatsbeschluss folgen zu lassen, verlegten sich Rot, Schwarz und Grün lieber darauf, den freiheitlichen Antrag als „Hoppala“ zu verreißen. Ähnlich verhielt es sich auch mit der Schaffung von insektenfreundlichen Zonen – sogenannter Nützlingsweiden – auf stadteigenen Flächen. Diese sollen dem dramatischen Insektenschwund (minus 80 Prozent in den letzten 40 Jahren) mit all seinen negativen Folgen entgegenwirken. Auch dieser Teil des Antrags wurde von den anderen Fraktionen abgelehnt, die Begründung der Grünen lautete sinngemäß, dass der Gemeinderat bereits 2015 einen Antrag zum Schutz der Bienen beschlossen habe: „Als Grüne sollte Gemeinderätin Roschger eigentlich wissen, dass Bienen zwar einen sehr nützlichen, aber trotzdem durchaus kleinen Teil der Insektenwelt ausmachen. Außerdem könnte eine einseitige Bevorzugung der Bienen eine weitere Verschiebung im sensiblen ökologischen Gleichgewicht zur Folge haben. Wir wollen die Schaffung von Lebensräumen auch für Insekten, deren „Wert“ für den Menschen nicht so offen auf der Hand liegt wie bei der Biene.“, so GR Walcher.

Außerdem musste man in der Debatte mit Verwunderung feststellen, dass bei einigen Gemeinderäten die Meinung vorherrschte, die Schaffung derartiger Magerwiesen sei mit einem großen finanziellen Aufwand verbunden. Offenbar glaubt man, dass dort jedes Jahr Wildblumen angesät werden müssen, dabei ist das Gegenteil der Fall: Einmal angelegt setzen sich jene Pflanzen durch, die am jeweiligen Standort optimale Bedingungen vorfinden.