Pfeffer: Ausbau der Schieneninfrastruktur in Richtung Linzer Süden

Resolution an ÖBB zur Beschleunigung des 4-gleisigen Ausbaus der Westbahn von Lasten- bis Wahringerstraße

Linz erlebt derzeit eine rasante Bevölkerungsentwicklung. Die Prognose der österreichischen Raumordnungskonferenz prognostiziert für das Jahr 2025 rund 216.000 Einwohner. Auch für den umgebenden Zentralraum Linz – Wels wird ein Anstieg der Bevölkerungszahl von 567.000 Einwohnern (2015) auf rd. 606.000 Einwohner im Jahr 2025 prognostiziert. Bereits jetzt ist Linz zudem ein Arbeitsplatzzentrum mit über 200.000 Arbeitsplätzen und sehr hohen Pendlerzahlen (108.000 Einpendler, 26.000 Auspendler). „Eine gut durchgeplante Stadterweiterung und Erschließung im Linzer Süden ist im Kontext dieses Zuwachses jedenfalls notwendig“, erklärt der freiheitliche Gemeinderat Werner Pfeffer.

Der Schwerpunkt der Stadterweiterung liegt südlich der Traun und wird unter anderem durch die ÖBB-Haltestellen Ebelsberg und Pichling erschlossen. In diesen Stadtteilen waren mit 1.1.2016 18.575 Einwohner hauptwohnsichtlich gemeldet. Das Stadtentwicklungsprojekt Kaserne Ebelsberg wird samt Erweiterungsflächen Wohnraum für 4000 bis 5000 Einwohner schaffen (ab 2019/2020). Weitere Stadtentwicklungsgebiete im Bereich dieser Haltestellen schaffen Wohnraum für zusätzliche 3.000 Einwohner in den nächsten 5 bis 10 Jahren.

„Das S-Bahnkonzept des Landes OÖ sieht für die Strecke S2 Linz – Steyr einen Stundentakt vor. Angesichts der dynamischen Entwicklung ist eine Verdichtung des S-Bahn Angebotes auf der Strecke Pichling – Ebelsberg – Linz Hbf von besonderer Bedeutung (z.B. 30 min – Takt, während der Tagesspitzen 15 min – Takt). Für eine Taktverdichtung im Nahverkehr ist, nach derzeitigem Kenntnisstand und Rücksprache mit Experten, die Fertigstellung des 4-gleisigen Ausbaus der Westbahn östlich des Linzer Hauptbahnhofes erforderlich. Während der Ausbau des Ostkopfes des Linzer Hauptbahnhofes bis 2018 abgeschlossen werden soll, ist das Schließen der dann noch verbleibenden Lücke des 4-gleisigen Ausbaues (Lastenstraße – Wahringerstraße, rd. 3,5 km) erst bis 2030 zu erwarten bzw. terminlich noch nicht absehbar“, führt Pfeffer weiter aus.

Die Nahverkehrsdrehscheibe Linz Hauptbahnhof ist bereits wegen der zusätzlichen bzw. verlängerten Straßenbahn Richtung Südwesten überlastet. Im Stadtzentrum ist, ausgehend vom Hauptbahnhof eine neue 2. Schienenachse (Straßenbahn) geplant, die dem Wachstum des Linzer Zentrums nach Osten Rechnung trägt. Eine neue Nahverkehrsdrehscheibe soll den Hauptbahnhof entlasten. Eine Potentialanalyse des ÖIR im Auftrag der ÖBB hat eine Mindestumsteigeanzahl von 2.000 Personen pro Tag ermittelt, sodass eine neue Bahnstation an der Lastenstraße gerechtfertigt ist.

„Ein attraktives S-Bahn-Angebot und eine 2. Nahverkehrsdrehscheibe (ÖBB-Straßenbahn) an der Lastenstraße sind wesentlich für die Stadtentwicklung und leistungsfähige öffentliche Verkehrsmittel in Linz. Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil aus topographischen, umweltrelevanten und finanziellen Rahmenbedingungen ein weiterer Ausbau der Straßeninfrastruktur im Planungsgebiet als sehr unwahrscheinlich erscheint. Die Linzer FPÖ-Gemeinderatsfraktion beantragt deshalb in der kommenden Gemeinderatssitzung eine Resolution an die ÖBB Infrastruktur AG. Mittels dieser Resolution soll die ÖBB dringend ersucht werden, den 4-gleisigen Ausbau der Westbahn von der Lastenstraße bis zur Wahringerstraße hinsichtlich Planung und Bau zu beschleunigen und zeitlich vorzuziehen“, so Pfeffer abschließend.