Hein zu Rechnungshofbericht: Weitere Prüfung der zweiten Schienenachse ist kategorisch abzulehnen

Oberirdische Trassenführung wäre Verkehrssupergau – entweder unterirdisch oder gar nicht!

Nach wie vor sieht der Linzer Infrastrukturstadtrat Markus Hein die Empfehlungen des oö Landesrechnungshofs zur neuerlichen Prüfung der unterirdischen Trassenführung der zweiten Schienenachse äußerst kritisch. Auch wenn der Kontrollausschuss auf Landesebene mit einer weiteren Prüfung liebäugelt, wird diese vom städtischen Infrastrukturreferenten kategorisch abgelehnt. Die durch den Rechnungshof geäußerten Kritikpunkte seien nicht nachvollziehbar, erklärt Hein: „Ich bin davon überzeugt, dass sich die Prüfer des Rechnungshofs nicht eingehend mit der Verkehrssituation im oö Zentralraum auseinandergesetzt haben. Daten und Fakten gibt es genug, die über viele Jahre hinweg mittels Studien, Verkehrszählungen, Untersuchungen und Berechnungen gesammelt wurden. Die Ergebnisse sind so eindeutig, dass sofort zu erkennen ist, dass eine oberirdische Führung das Linzer Verkehrssystem zusammenbrechen lassen würde. Weitere noch komplexere und langwierigere Prüfungsverfahren sind daher nicht notwendig. Sollte der Landeshauptmann aus finanziellen Gründen bei diesem Projekt aussteigen wollen, muss dies endlich offen angesprochen werden. Klar ist, dass er damit aber auch den zügigen Ausbau des übrigen ÖV (Regiotram u. Mühlkreisbahn) verzögert und gefährdet.“

Es steht außer Streit, dass die zweite Schienenachse in einem sehr dichten Takt genutzt werden soll. Wenn nur aus Pregarten, Gallneukirchen und über die Mühlkreisbahn jeweils vier Bahnen pro Stunde (15-Minuten-Takt) einfahren und sechs Straßenbahnen pro Stunde (10-Minuten-Takt) auf den Weg geschickt werden, sprechen wir von mindesten 18 Bahnen, die in Richtung Hauptbahnhof unterwegs sind. D. h. bei einer oberirdischen Führung würde ca. alle drei Minuten eine Bahn die Kreuzungsbereiche entlang der Achse passieren. Betrachtet man auch die Gegenrichtung sprechen wir von mindesten 40 Bahnen (1,5-Minuten-Takt – bidirektional), die auf dieser Trasse unterwegs sind. Eine oberirdische Führung ist damit nicht umsetzbar und eine weitere Prüfung nur eine unnötige Verzögerung. Mit dieser Führung würde ein Projekt umgesetzt, das zugegebenermaßen günstiger wäre, aber keine wirklichen Kapazitätsreserven, vor allem in den Kreuzungsbereichen, aufweisen würde.

An den Kreuzungen entlang der Gruberstraße werden an Werkstagen täglich zwischen 40.000 und 46.000 Autos gezählt. Wird der starke Individualverkehr, der Fuß- und Radfahrerverkehr sowie der sonstige öffentliche Verkehr in der Gruberstraße und den Querachsen addiert, wird klar, welche katastrophalen Auswirkungen eine oberirdische Führung auf das gesamte Linzer Verkehrssystem hätte. Hein erklärt dazu weiter: „Seit Jahren arbeiten wir an dieser Achse. Zahlreiche Untersuchungen, Planungen und Variantenstudien wurden durchgeführt, um schlussendlich in der vorliegenden und bereits politisch-akkordierten Trasse zu münden. In der Prüfung des Landesrechnungshofs wurde maßgeblichen Fakten, die den Linzer Verkehr betreffen, nicht Rechnung getragen. Es ist nicht einzusehen, weshalb jetzt alles wieder zurück an den Start gehen und dieses Projekt um Jahre verzögern werden sollte. Es wurde genug geredet, jetzt müssen endlich Taten folgen. Einem günstigeren Projekt, das einen Verkehrssupergau verursachen würde, darf nicht der Vorzug gegeben werden – entweder unterirdisch oder gar nicht.“