Die aktuelle Diskussion rund um ein “Versorgungsposterl” für den Noch-Bezirksgeschäftsführer der Linzer SPÖ zeigt einmal mehr, dass die SPÖ offenbar noch immer glaubt, dass die VOEST ein SPÖ-Unternehmen sei. Anders kann man, so die freiheitlichen Vertreter in der VOEST, die enttäuschten bis wütenden Reaktionen von LH-Stv. Ackerl und Bürgermeister Dobusch wohl nicht deuten. Dass der Finanzvorstand der VOEST ein besonderes, allgemein bekanntes Naheverhältnis zur SPÖ hat, ist für eine börsennotierte Firma sicher kein Vorteil.
“Ich stehe in dieser Sache voll und ganz hinter GD Eder und fordere ihn auf, diesen eingeschlagenen Reinigungsprozess fortzusetzen. Arbeitsstellen werden mit Stellenausschreibungen ausgeschrieben. Es ist ein Skandal, dass die Linzer SPÖ das offensichtlich ‘intern’ regeln wollte. Die Zeiten wo es hieß ‘Willst du in der VOEST einen Arbeitsplatz haben, musst du nur ein rotes Parteibuch haben’ sind vorbei!” kritisiert BR Gerhard Knoll die offensichtlichen Postenschacherversuche der SPÖ.
Auch der Landesobmann der Freiheitlichen Arbeitnehmer (FA), BR Manfred Pühringer, begrüßt es, dass Christian Forstleitner der Weg in die VOEST durch die rote Hintertür verschlossen blieb und fordert weiteres Vorgehen gegen SP-Privilegien. “Dass die SP-BR-Kollegen permanent ‘fraktionelle’ Sitzungen in der Arbeitszeit abhalten, obwohl ein Urteil des Höchstgerichtes das eindeutig untersagt, ist in der Voest hinlänglich bekannt. Mit der Arbeit eines Belegschaftsvertreter hat das nichts zu tun. Der Skandal ist aber, dass diese Vorgehensweise von der Unternehmensleitung toleriert wird”, appelliert Pühringer in Richtung GD Eder, auch dieses SPÖ-Privileg endlich abzustellen.
Zudem hat man in den letzten Monaten deutlich gesehen, dass man mit Vertretern der SPÖ auch automatisch parteiinterne Querelen ins Unternehmen holt, die dann des öfteren über die Medien ausgetragen werden. Aktuell sitzen Vertreter des VOEST-Arbeiterbetriebsrates bzw. dortige Angestellte (alle SPÖ- Mitglieder) laufend vor dem Gericht und werfen sich gegenseitig alles Mögliche vor: Mobbing, finanzielle Vorwürfe, nicht korrekte Vorgehensweise bei Abstimmungen usw. sind einige der Schwerpunkte mit denen sich die Genossinnen und Genossen des Arbeiterbetriebsrats zurzeit befassen. So gesehen ist GD Eder wirklich gut beraten, sich nicht noch weitere “Streithansel” ins Unternehmen zu holen.
“Wir führen unseren Kampf gegen Postenschacher und Parteibuchwirtschaft weiterhin konsequent fort. Für uns zählen Leistung und Loyalität – und nicht das Parteibuch”, unterstreichen Pühringer und Knoll die parteiunabhängige Arbeit von Belegschaftsvertretern.