Experten aus Wissenschaft, Verwaltung und Wirtschaft halten Sanierung für möglich – SPÖ will sie nicht einmal ernsthaft prüfen.
Gleich zwei Anträge zur Linzer Eisenbahnbrücke wurden in der gestrigen Sitzung des Gemeinderates behandelt: ein SPÖ-Antrag auf Verhängung eines Neuplanungsgebietes im Bereich der Brücke und ein FPÖ-Dringlichkeitsantrag, alle Möglichkeiten zum Erhalt der Brücke zu prüfen und ggf. umzusetzen.
Der freiheitliche Standpunkt, wonach die Aufhebung des Denkmalschutzes und eine Abtragung der Eisenbahnbrücke keinesfalls voreilig erfolgen dürfen, wurde schon in der vorigen GR-Sitzung betont und gestern noch einmal untermauert. “Zur Sanierung der Eisenbahnbrücke ist derzeit ein weiteres Gutachten in Arbeit, das schon im Juni fertig sein soll”, erklärt Gemeinderat Sebastian Ortner. “Es hat schon den Anschein einer ‘Salami-Taktik’, wenn die SPÖ zuerst den Denkmalschutz aufheben und jetzt ein Neuplanungsgebiet verhängen möchte. Als nächsten Schritt kommt vielleicht schon der Architektenwettbewerb für eine neue Brücke. Bevor die SPÖ einfach voreilig Fakten schafft, sollte zumindest das ausständige Gutachten als Entscheidungsgrundlage auf dem Tisch liegen.”
Auch StR Detlef Wimmer übt Kritik an der Vorgehensweise der SPÖ: “Offensichtlich hat sie gar kein echtes Interesse, den Erhalt des Linzer Wahrzeichens ernsthaft und unter Berücksichtigung aller Expertenmeinungen – aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung – zu prüfen. Ganz im Gegenteil: Sie stellt lediglich die Frage, wann ‘endlich’ mit einem Neubau begonnen werden kann.”
Der FPÖ-Antrag zum Erhalt der Eisenbahnbrücke wurde mit der rot-grünen Stimmenmehrheit von SPÖ-Grüne-KPÖ abgelehnt. Auch der Versuch, die Abstimmung über den SPÖ-Antrag auf die nächste Sitzung – bis nach Fertigstellung des in Arbeit befindlichen Gutachtens – zu vertagen, scheiterte am Widerstand der anderen Parteien. Dabei kann es, so Wimmer und Ortner, der SPÖ offensichtlich nicht um eine rasche und zugleich gute Lösung gehen: “Anstatt im Planungsausschuss von Bürgermeister Franz Dobusch gleich eine Antragsvorlage zu erarbeiten, lässt sich der Planungsreferent erst jetzt vom Gemeinderat damit ‘beauftragen’. Auf einige Wochen kommt es also nicht an – und darauf darf es bei einem 110 Jahre alten Linzer Wahrzeichen wie der Eisenbahnbrücke auch nicht ankommen!”